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Jagdhornbläser : Warmer Klang der Hörner fasziniert

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Jagdhornbläsergruppe Sabel mit zwölf Mitgliedern musiziert seit 16 Jahren / Nachwuchssorgen

von
erstellt am 06.Jan.2015 | 06:00 Uhr

Sie sind Jäger oder Reiter oder beides und sie blasen ins Horn. Ein Dutzend Männer und Frauen treffen sich wöchentlich im Feuerwehrhaus in Sabel, um ihrem Hobby zu frönen. „Viele mögen den warmen Klang der Hörner“, erklärt Rolf Brott (72). In der Kirche würde es sehr feierlich klingen. „Blasen wir im Wald, gibt es ein kleines Echo. Auch das hört sich gut an“, fügt der Sabeler hinzu.

Seit 16 Jahren gibt es die Gruppe der Jagdhornbläser als Teil des Hegeringes Weitendorf. Bernarda Klostermann habe eines Tages gefragt, ob sie bei ihm das Jagdhornblasen lernen könne, erinnert sich Rolf Brott. So habe es angefangen. Er selbst sie in Bützow aufgewachsen, habe im Jugendfanfarenzug und in einem Jugendblasorchester gespielt. Über die Reiterei – sein Beruf – sei er zum Jagdhornblasen gekommen. Die Gruppe, in der er mit seinen 72 Jahren der Älteste ist, sehe man sich als Hobbymusiker. „Die ganz guten Bläser spielen nach Noten, wir mehr nach Gehör“, berichtet Rolf Brott. Singen und pfeifen müsste man schon können. Mit der Melodie im Ohr erarbeite man sich ein Stück nach dem anderen. Fast jedes Gruppenmitglied habe ein eigenes Horn. Mit Unterstützung des Hegeringes Weitendorf sei es möglich, immer wieder einmal ein neues Instrument anzuschaffen, berichtet der Sabeler.

Zu den Höhepunkten im Jahr gehört für die Jagdhornbläsergruppe die Hubertusmesse in der Hohen Sprenzer Kirche. Die Messe sei ohne ihre Musik eher undenkbar. Man spiel auch mal auf einen Dorffest oder werde zu einer Jagd eingeladen. Dort werden am Ende „die Strecke verblasen“, also dem Jagderfolg musikalisch Ausdruck verliehen. „Bei Geburtstagen bringe wir gern ein Ständchen, auch bei Beerdigungen von Menschen, die dem Weidwerk oder der Reiterei zugetan waren. Aber lieber auf Geburtstagen“, betont Rolf Brott.

Von Nachwuchssorgen muss der Gruppenleiter noch berichten. „Die jungen Leute gehen dort hin, wo die Arbeit ist, und sind somit für den ländlichen Raum verloren“, denkt Rolf Brott und will die Hoffnung aber nicht aufgeben. Auch er sei eher zufällig nach Sabel gekommen. Nach Lehrausbildung und vielen Jahren im Gestüt Redefin war er nach Ganschow und später nach Sabel gekommen. Seine letzten Arbeitsjahre war er als Reitlehrer von Reithalle zu Reithalle gezogen. 

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