weihnachtsaktion : Warme Kleidung für Seeleute

Rolf Spannaus (2. v. l.) von der Deutschen Seemannsmission Rostock holte die Schals, Mützen und Handschuhe ab, die Heidi Rüger, Bärbel Ott, Alfred Koß (von links) und ihre fünf weiteren Mitstreiter gefertigt haben.
Rolf Spannaus (2. v. l.) von der Deutschen Seemannsmission Rostock holte die Schals, Mützen und Handschuhe ab, die Heidi Rüger, Bärbel Ott, Alfred Koß (von links) und ihre fünf weiteren Mitstreiter gefertigt haben.

Gruppe um Alfred Koß strickt und häkelt für die Deutsche Seemannsmission Rostock

svz.de von
03. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Mützen, Handschuhe und Schals – insgesamt über 120 gestrickte oder gehäkelte Teile übergab Alfred Koß jetzt an Rolf Spannaus von der Deutschen Seemannsmission Rostock. „Wir betreuen Seeleute im Rostocker Hafen. Die meisten der Stricksachen gehen an philippinische Seeleute. Die fragen uns schon, kaum dass die kalte Jahreszeit begonnen hat, ob wir wieder Stricksachen für sie haben“, weiß Spannaus, der im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes in der Seemannsmission arbeitet.

Für zuverlässigen Nachschub sorgt seit vier Jahren eine aus acht Mitgliedern bestehende Handarbeitsgruppe um Alfred Koß. Der 73-Jährige erlernte das Stricken schon Ende der 60er-Jahre, als er nach einer schweren Sportverletzung einen langen Klinikaufenthalt absolvieren musste. „Eine Krankenschwester hat es mir damals beigebracht“, erinnert er sich. Koß strickt Schals, Pullover, Jacken, Socken und besaß zeitweise sogar eine Strickmaschine. „Bei drei Kindern hat das die Familienkasse gut entlastet“, versichert er. Heute „bestricken“ er und seine Frau Marianne die neun Enkel.

Für die Seemannsmission haben die beiden Güstrower Helga Krambeer und Brigitte Harm aus Laage sowie Heidi Rüger, Bärbel Ott und Familie Schießer aus Güstrow gewinnen können. Hatten sie im ersten Jahr der Zusammenarbeit gemeinsam mit einer Rostocker Gruppe 32 Teile gestrickt, so waren es im vergangenen Jahr schon 108 und in diesem Jahr 124 Teile. „Immer hatten wir ausreichend Wolle zur Verfügung. Wollspenden erreichten uns aus Güstrow, Langhagen, Kuchelmiß und Krakow am See. Alle finden unsere Aktion super“, bestätigt Alfred Koß.

„Mitunter stammt die Wolle, die wir bekommen, noch aus DDR-Zeiten, wie die ‚Apolda’-Wolle“, erzählt Heidi Rüger. Die 72-Jährige greift vor allem im Herbst und Winter zur Stricknadel. Beim Fernsehen entstehen Mützen, Schals und am liebsten Handschuhe. Bärbel Ott (75) häkelt mit Vorliebe Mützen. „Schals nicht so gern. Die müssen heute ja so unendlich lang sein, da wird man ewig nicht fertig“, begründet sie.

Die Handarbeiter gehören zu einer Gruppe „Senioren für Senioren“, die in der Region an die 300 Menschen erreicht. Geführt von einer siebenköpfigen Leitung werden Ausflüge, Kurreisen, Vorträge oder Diskussionsnachmittage organisiert. In Vorbereitung seien auch Tanznachmittage, sagt Alfred Koß, und seine Frau ergänzt: „Wir kümmern uns umeinander. Wir sind eigentlich wie eine große Familie.“




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen