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Gemeinde für Hähnchenmastanlage : Wardow erteilt Einvernehmen

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Die Gemeindevertretung Wardow hat sich per Beschluss zum Bau von zwei Hähnchenmastanlagen bekannt. Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Wardow" und die Bund-Ortsgruppe reagieren enttäuscht.

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erstellt am 01.Okt.2012 | 06:41 Uhr

Wardow | Für die Errichtung und den Betrieb von zwei Hähnchenmastanlagen (je 39 000 Tiere) haben die Wardower Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich (sieben Ja-, zwei Nein-Stimmen) das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Wardow" und die Bund-Ortsgruppe reagieren mit Enttäuschung. "Die Gemeinde gibt damit jedwede Einflussnahme auf das Verfahren aus den Händen", betont Wolfgang Grimme von der Initiative. Die Entscheidung falle jetzt allein beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu).

Die Gemeinde sei allein aus planungsrechtlicher Sicht gefragt, betont dagegen Günter Schink. Es gebe aber weder einen Bebauungsplan für das Gebiet noch einen Flächennutzungsplan in der Gemeinde, der etwas anderes an der Stelle hätte vorsehen können. "Und nur aus dieser Sicht haben wir es zu betrachten", betont Wardows Bürgermeister und fügt hinzu: "Alles andere spielt keine Rolle." Man habe die Bedenken der Bürger dem Stalu mitgeteilt. Es sei Sache der Fachleute, diesen Bedenken nachzugehen und zu klären, ob sie berechtigt sind.

Die Bürgerinitiative, darauf macht Grimme nochmals aufmerksam, hatte das Erstellen eines Bebauungsplanes für das Gebiet angeregt. Ansatzpunkte sieht die Bürgerinitiative in den Bereichen Windenergie und Sonnenkraft sowie im touristischen Bereich. "Wir hätten uns gewünscht, dass die Gemeinde gestalterisch, planerisch tätig wird", betont Grimme. Das sei nun nicht mehr möglich. Dennoch werde die Bürgerinitiative im Kampf gegen eine Massentierhaltung zwischen Wardow und Kobrow nicht aufstecken. Grimme: "Der Drops für solche Anlagen ist noch nicht gelutscht."

Bürgermeister Schink hält eine "Verhinderungsplanung", wie er es bezeichnet, für wenig sinnvoll. Im Raumordnungsprogramm seien für die Gemeinde z.B. keine Windkraft-Eignungsgebiete ausgewiesen.

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