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Stadtvertretung : Wandlung zur „Begegnungsstätte“?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Krakows Stadtvertreter verlängern Pachtvertrag für Jörnberggaststätte / Hoffen auf EU-Fördermittel für Komplettsanierung

von
erstellt am 29.Jan.2015 | 06:00 Uhr

Klare Ansage der Krakower Stadtvertreter: Am Erhalt der Gaststätte „Am Jörnberg“ wird nicht gerüttelt. Dazu fassten sie zwei wichtige Beschlüsse.

Zunächst solle die Eingangstreppe die notwendige Reparatur erhalten. Der Aufgang stelle den ersten Eindruck beim Betreten des Hauses dar, so die Argumentation, der sich alle Stadtvertreter anschlossen. Etwa 3300 Euro, solch ein Angebot stehe laut Verwaltungsvorlage, werde das kosten. Was die Verwaltung auch meint: Solch ein Beschluss sei gar nicht nötig, da es sich um eine Pflichtaufgabe handele. Vorsorglich ließ Bürgermeister Wolfgang Geistert dennoch darüber abstimmen.

Weniger Einigkeit herrschte in der Frage, ob und wie lange die Pacht verlängert werden sollte. Zwei Varianten schlug die Verwaltung vor: bis Ende 2016 (und damit bis zum Auslaufen des derzeit gültigen Pachtverhältnisses) oder bis Ende 2018; beides mit automatischer Jahresverlängerung, falls keiner kündigt. Christoph Küsters (Die Linke) setzte dem sofort noch eins drauf und forderte, schon jetzt kompromisslos mit der aktuellen Pächterin bis Ende 2020 zu verlängern (und dann fortfahrend wie bei den beiden anderen Terminen zu verfahren). Dem stimmten am Ende zehn Stadtvertreter zu, während drei für 2018 und nur einer für 2016 votierten.

Küsters hatte zuvor einen neuen Gedanken ins Spiel gebracht: Vielleicht ließe sich eine größere Sanierung des Hauses und eine Wandlung zu einer Begegnungsstätte ja mit Fördermitteln aus dem europäischen Leader-Programm bewerkstelligen? Um sich dafür zu bewerben, müsste die Stadt, der die Immobilie gehört, schnellstens ein Konzept entwickeln. Als „Begegnungsstätte“, da sind sich die Stadtvertreter offenkundig einig, wirke das Haus ohnehin heute schon. Regelmäßig finden in dem familiär geführten Haus Geburtstags- oder auch Trauerfeiern, Hochzeiten, Versammlungen oder andere Veranstaltungen statt.

Diesen Gedanken weiterzuentwickeln, ob das funktionieren kann, hält auch Renate Lorenz (SPD) für prüfenswert. „Wir sollten uns in den nächsten ein, zwei Jahren endlich auskäsen, was wir mit dem Gebäude eigentlich wollen“, meint Nils Ruhnau (CDU). Die Bausubstanz werde nicht besser, und mit einem kurzfristigen Pachtvertrag sei auch der Pächterin nicht geholfen. Die Frage bleibt für Ruhnau, warum die Treppe nach 13 Jahren wieder saniert werden muss.

Als der Beschluss aber feststand, rührte sich von den rund 30 besetzten Besucherplätzen sogar Beifall.

Gar nicht mehr abgestimmt wurde über eine ebenfalls zur Diskussion stehende Komplettsanierung des Objektes. Die würde, so eine grobe Schätzung, rund 330  000 Euro kosten. Woher das Geld käme, wusste ohnehin niemand zu sagen. Bürgermeister Geisterts Schlussfolgerung: an Abstimmung darüber offenbar kein Bedarf.

Pächterin Sieglinde Musialczyk zeigte sich froh über die Entscheidung. „Das hatte ich so nicht erwartet“, kommentiert sie die klare Verlängerung des Pachtvertrages bis zum Ende des Jahres 2020. „Das ist eine bessere Grundlage als bisher.“ Schon im Mai 2012 habe sie eine Verlängerung des Pachtvertrages beantragt, um besser planen und investieren zu können, sagt die 52-jährige Hotelfachfrau. Seit 2007 führt die Verkaufsleiterin Hotel die Gaststätte und die drei Gäste-Doppelzimmer. Vier feste Mitarbeiter hat Sieglinde Musialczyk in der Saison angestellt. Derzeit sind Betriebsferien, zur Renovierung der Küche und auch um einige Auflagen von Berufsgenossenschaft und Gesundheitsamt zu erfüllen. Im Februar, denkt sie, könne sie wieder offiziell öffnen. Der Idee von der Entwicklung zur Begegnungsstätte jedenfalls wolle sie sich nicht verschließen, sagt sie. „Da würde ich mich einbringen.“

 

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