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Wallensteins Hoffest : „Wallenstein hätte Freude gehabt“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Um die 2000 Besucher bei zweitägigem Hoffest auf dem Franz-Parr-Platz

Albrecht Wenzel von Wallenstein, der 1628 und 1629 als Herzog auf Schloss Güstrow residierte, ist als großer Feldherr bekannt. Feste dürfte er vor allem nach gewonnenen Schlachten gefeiert haben. Das nach ihm benannte Hoffest, das am Freitag und Sonnabend knapp 2000 Besucher auf den Franz-Parr-Platz lockte, war fein, ausgewogen und gemütlich und hat das Zeug, einen festen Platz im Kalender zu erobern. „Wir sind sehr zufrieden. Die Gäste haben das Fest wunderbar angenommen, es hat alles gepasst. Und Wallenstein hätte seine Freude gehabt“, resümierte ein glücklicher, aber von zwei Tagen intensiver Arbeit leicht erschöpfter Leopold Höglinger.

Der Inhaber vom „Weinhaus im Hof“ hatte sich – wie viele Barlachstädter auch – über die Sanierung des Schlossgartens gefreut. Und darüber geärgert, dass nach der Fertigstellung des drei Millionen teuren Vorhabens eine der beliebtesten Veranstaltungen auf der Strecke blieb: der „Sommertraum am alten Schloss“. Also begann Höglinger zu träumen, zu planen und schließlich Nägel mit Köpfen zu machen. „In der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis habe ich unheimlich viel über ein alternatives Fest, das die Idee des ‚Sommertraums’ aufnimmt, gesprochen. Aber irgendwann war genug geredet, da musste es losgehen“, erinnert sich der Unternehmer.

In Veranstaltungsmanager Markus Rokic fand Höglinger einen kongenialen Partner, der als künstlerischer Leiter des Festes fungierte. „Wir haben uns auf Anhieb verstanden. Vielleicht lag’s daran, dass er wie ich auch aus Österreich kommt“, denkt Höglinger schmunzelnd. Rokic stellte ein Programm zusammen, das unterschiedliche Altersgruppen ansprach. Ideal die Lösung, die Kinderveranstaltungen in den nahen Museumshof zu verlegen. Während die jüngsten Besucher „Rumpelstilzchen“ oder der sehr lustigen Variante vom „Fischer und seiner Frau“ folgten, konnten Eltern entspannt kommunizieren. Und waren nach wenigen Schritten wieder auf dem Parrplatz, wo allerlei Straßen- und Bühnenkunst geboten wurde. Musik von Andreas Pasternack war Freitagabend das i-Tüpfelchen.

Leopold Höglinger gelang es, zahlreiche Partner ins Boot zu holen. „Dadurch konnten wir das finanzielle Risiko verringern“, sagt er. Schließlich muss der Weinhändler auch über einen guten Draht zu Petrus verfügen, schickte der doch an beiden Tagen bestes Spätsommerwetter nach Güstrow.

Der Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Schon während des Festes wurde Höglinger nach Fortsetzung befragt. „Ja, das ist geplant. Und wir haben auch schon über Verbesserungen und neue Ideen gesprochen“, bekannte er. In die Zukunft mitnehmen möchte er die guten Erfahrungen, die er bei der Vorbereitung mit der Stadt und dem Landkreis machte. „Besonders die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt war hervorragend. Immerhin musste sehr kurzfristig auf viele Probleme an einem für Güstrow neuen Veranstaltungsort reagiert werden“, sagte er.


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