Güstrow : Waldstück von Müll befreien

Es darf vermutete werden, dass man hier mit dem Fahrzeug vorgefarhen ist, um den Müll im Wäldchen neben dem ehemaligen MIW loszuwerden.
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Es darf vermutete werden, dass man hier mit dem Fahrzeug vorgefahren ist, um den Müll im Wäldchen neben dem ehemaligen MIW loszuwerden.

Stadt und Stadtwerke sperren Zufahrten zum Wald neben dem ehemaligen MIW-Gelände. Landkreis lässt Müll entsorgen

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20. Juli 2015, 08:00 Uhr

Wer mit dem Zug nach Güstrow kommt, in Primerburg aussteigt und zu Fuß zum Wildpark (ehemals Natur- und Umweltpark) gehen möchte und sich dann noch entschließt den Weg nicht der Straße entlang, sondern durch ein kleines Wäldchen zu nehmen, dürfte entsetzt sein. Unmengen Müll türmen sich zu beiden Seiten des Weges. Jetzt soll aufgeräumt werden.

Dazu gab es in den vergangenen Wochen Abstimmungen zwischen der Stadt, den Stadtwerken Güstrow und dem Landkreis als zuständige Abfallbehörde. Man sei überein gekommen, zunächst die Zufahrten in das Waldstück dauerhaft zu versperren und dann den Wald zu beräumen. Anderenfalls, so hatte die Abfallbehörde zu bedenken gegeben, würde es wohl nur wenige Wochen dauern, bis sich wieder Müll in diesem abgelegenen Teil am Stadtrand ansammelt. Sowie Barrieren errichtet sind werde der Landkreis die Beräumung im August in Auftrag geben, bestätigte Landkreissprecher Kay-Uwe Neumann auf SVZ-Nachfrage. Illegale Müllablagerungen außerhalb der Kommunen und auf öffentlich begehbaren Grundstücken fallen in die Zuständigkeit des Landkreises. Dabei sieht Neumann das Wäldchen bei Primerburg als „große Maßnahme, die über den Normallfall weit hinaus“ gehe. Um die 4000 Euro werde die Beräumung kosten. Parallel würden Ermittlungen mit dem Ziel die illegalen Entsorger herauszufinden, weiterlaufen, betont Neumann.

Zunächst werden die Stadtwerke aktiv. Sie betreiben am Waldrand eine Trafostation, die auch weiterhin stets erreichbar sein muss, unterstreicht Juliane Klimt. „Die Stadtwerke errichten auf eigene Kosten eine Schrankenanlage, die Fußgängern ein Passieren weiterhin erlaubt“, informiert die Stadtwerke-Sprecherin. Die Fundamente dazu seien bereits gegossen.

Die Stadt als Baulastträger der Straße „Primerburg“ wird durch einen Graben und einen Erdwall an dieser Straße die zweite Zufahrt in das Wäldchen unpassierbar machen, informiert Bürgermeister Arne Schuldt. Bis Ende des Monats sollen so die Voraussetzungen für das Handeln der Abfallbehörde geschaffen sein.

Das Problem ist übrigens nicht neu. Lange schon wird um eine Lösung gerungen. Der Beschluss zu einem interfraktionellen Antrag (SPD, CDU, Bündnis 90/Grüne/FDP) auf der Mai-Sitzung der Güstrower Stadtvertretung hatte alle Beteiligten jetzt unter Druck gesetzt. In einer „stattlichen Akte“ werde die Umweltschädigung in dem privaten Wald neben dem ehemaligen MIW-Gelände dokumentiert, heißt es in der Begrünung des Antrags. Dabei finden sich neben alten Matratzen und kaputten Kleinmöbeln, Kloschüsseln und einer Regentonne auch Fenster, Planen, Wellasbest, Reifen, Farbbehälter und diverse Kunststoffe am Wegesrand. Dies könne darauf schließen lassen, dass es sich hier um privaten und auch gewerblichen Müll handelt. 

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