Güstrow-Suckow : Waldstück für Kita im Grünen gesucht

für eine Kita mitten im Wald begeistern sich Andrea Löper, Yvonne Bauriedl und Franziska Schüler (v.l.).
für eine Kita mitten im Wald begeistern sich Andrea Löper, Yvonne Bauriedl und Franziska Schüler (v.l.).

Tagesmutter Yvonne Bauriedl möchte ihre Idee umsetzen – Verein „Waldstrolche“ gegründet .

svz.de von
11. Juli 2018, 21:00 Uhr

Über Baumwurzeln springen, kleine Krabbelkäfer beobachten und viel frische Luft atmen – für Kinder sind dies ideale Voraussetzungen, sich gut zu entwickeln. Das zumindest meint Yvonne Bauriedl. Die 43-Jährige arbeitet seit 20 Jahren als Tagesmutter in Suckow hat sich in die Idee einer Waldkita verleibt und will sie unbedingt umsetzen. „Wir waren schon bisher immer viel im Wald und dabei ist diese Idee gereift“, erzählt sie.

Kinder hätten draußen unzählig viele Spielmöglichkeiten, würden die Natur als Ganzes, aber auch einzelne Pflanzen oder Tiere mehr wahrnehmen und lieben lernen. „Es ist eine Chance, eine umweltbewusstere Generation heranzuziehen, die die Ressourcen nutzt und auch der Nachwelt erhält“, argumentiert die Staatlich anerkannte Erzieherin, die eine Zusatzqualifikation als Facherzieherin für Musik vorweisen kann.

Das Wichtigste, was sie für dieses Vorhaben benötigt, ist ein Stück Wald. Gegen Kälte, Regen oder Gewitter soll ein Bauwagen schützen. Ansonsten will sie sich mit den Kindern an der frischen Luft aufhalten und die Gegebenheiten der Natur nutzen. „Ein Randstück im Wald wäre gut, damit es die Eltern auch gut erreichen können“, denkt die 43-Jährige, die derzeit eine Ausbildung zur „Pädagogin für ganzheitliche Naturbildung“ absolviert. Es möchgte sie keine Bundesstraße in der Nähe haben.

Der Verein „Waldstrolche“, der ihre Idee umsetzen möchte, ist schon im Mai gegründet worden und hat bereits eine Mailadresse: waldstolche@gmx.de. Inzwischen gehören zehn Mitglieder dazu. Auch Franziska Schüler engagiert sich hier. Sie ist Mutter eines Kindes, das von Tagesmutti Yvonne Bauriedl betreut wurde und steht voll hinter dem Vorhaben. „Meine Tochter war mit Yvonne Bauriedl viel im Wald und hat sich viel mehr damit beschäftigt, was in der Natur passiert“, erinnert sie sich.

Andrea Löper ist ebenfalls eine Unterstützerin, die das Projekt mit vorantreiben möchte. Das Konzept hat auch sie überzeugt. „Kinder erschließen sich ihre Umgebung durch Bewegung. Im Wald ist das nicht vorgegeben, sondern sie müssen viel selbst koordinieren“, weiß Yvonne Bauriedl. Das führe zu einer guten Entwicklung des Gehirns. Die Wahrnehmung werde in vielerlei Weise geschult. Statistisch gesehen seien Kinder, die sich immer draußen aufhalten drei Mal weniger krank als andere. Das Immunsystem werde gestärkt und sie seien nicht irgendwelchen Viren in geschlossenen Räumen ständig ausgesetzt. Das alles sind aus der Schit der drei Frauen gute Gründe für einen Waldkindergarten.

Um die 20 Waldkitas gibt es bereits in Mecklenburg, im Landkreis Rostock ist es nur einer in Bad Doberan. Das Konzept vom Yvonne Bauriedl sieht eine Kapazität von 15 Kindern mit zwei Erziehern vor. Wichtig ist ihr nun erst einmal das Finden eines Waldstück, das gepachtet werden kann, und die Anerkennung des Vereins als gemeinnützig.

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