Landwirtschaft : Wärme aus den eigenen Ställen

Für die Kühe wurde…
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Für die Kühe wurde…

Landwirt Jens Lötter in Baumgarten setzt auf Konzept zur erneuerbaren Energiegewinnung / Minister übergab Förderbescheid für Blockhauskraftwerk

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09. Juli 2014, 06:00 Uhr

350 Rinder hat Bauer Jens Lötter mittlerweile in den Ställen auf seinem Hof stehen – davon sind 260 Milchkühe. Als der gebürtige Niedersachse vor neun Jahren den Hof übernahm und sich mit seiner Familie in Baumgarten ansiedelte, begann er mit bescheidenen 60 Milchkühen. Seitdem hat der rührige Landwirt sein Unternehmen ständig erweitert und inzwischen ist die Lötter Bioenergie UG & Co. KG Arbeitgeber für sieben Beschäftigte.


Drei Millionen Euro in Hof investiert


„In den vergangenen anderthalb Jahren habe ich drei Millionen Euro investiert“, sagt Lötter. Er baute einen neuen Stall für die Milchkühe, ein Melkkarussell und eine Biogasanlage, in der aus Gülle und Mist Strom und als Nebenprodukt Wärme erzeugt wird. Während der Strom in das öffentliche Netz der Wemag eingespeist wird, wird die Wärme nun für die Beheizung des neuen Melkstandes und des Lötterschen Wohnhauses genutzt. Möglich wird dies durch ein Blockheizkraftwerk und ein Nahwärmenetz von 200 Metern Länge, das in den letzten Monaten auf dem Lötterschen Hof verlegt wurde.


20 Prozent der Kosten gefördert


Die Baukosten dafür belaufen sich auf 330 000 Euro. Rund 68 000 Euro davon – das sind gut 20 Prozent – wurden mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. „Damit unterstützen wir die Umsetzung des Aktionsplanes Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie“, sagt Landes-Energieminister Christian Pegel, der jetzt Jens Lötter den Förderbescheid persönlich überbrachte.


900 Tonnen weniger Kohlendioxid


Jährlich können nun auf dem Hof rund 4000 Liter Heizöl und 4500 Liter Propangas durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Dadurch könne eine Kohlendioxideinsparung von bis zu 900 Tonnen jährlich erzielt werden, was ganz den Aufgaben zum Klimaschutz entspreche, so der Minister.

Etwa zehn Jahre werde es dauern, bis sich die Investition bezahlt mache, sagt Jens Lötter. Nun sei aber erstmal genug gebaut, meint er. Denn er habe dabei nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Trotzdem gelang es, das Blockheizkraftwerk noch Ende 2013 in Probebetrieb zu nehmen, so dass Lötter noch die alte Einspeisungsvergütung für Biostrom erhält. Mache doch allein diese den Bau einer Biogasanlage sinnvoll, meint Lötter. „Mit dem neuen Energieeinspeisungsgesetz haben sie Biogas erschossen. Es sollen ja nur noch Windräder gebaut werden“, schätzt der Landwirt ein.

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