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Abschied und Ernennung : Wachablösung bei der Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrows Gemeindewehrführer Hannes Möller übergab gestern Abend nach 22 Jahren das Kommando an Markus Paschen

von
erstellt am 29.Mai.2015 | 06:00 Uhr

22 Jahre lang war Hannes Möller Chef der Güstrower Feuerwehrleute. Seine letzte Amtshandlung gestern: die Vorbereitung seiner eigenen Ablösung. Die erfolgte am Abend: Markus Paschen, seit neun Jahren Möllers Stellvertreter, tritt die Nachfolge an. Bürgermeister Arne Schuldt entließ Hannes Möller in Anwesenheit eines Großteils seiner aktuell 112 (!) Kameraden aus dem Ehrenbeamtenverhältnis und ernannte nahtlos Markus Paschen zum Ehrenbeamten auf zunächst sechs Jahre.

Über 25 Jahre arbeitete Hannes Möller (51), hauptberuflich als Feuerwehr-Gerätewart und Sachbearbeiter Brandschutz bei der Stadtverwaltung angestellt, ehrenamtlich im Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Güstrow. Bürgermeister Schuldt würdigte das Schaffen Möllers an der Spitze der Güstrower Wehr: „Vieles ist in dieser Zeit – ob Menschen, Technik, Gebäude, Organisation – in seinem Kopf entstanden, und mit Hilfe vieler Mitstreiter hat er vieles davon umgesetzt.“

Im vergangenen Oktober wurde der Güstrower Hannes Möller von den Delegierten der mehr als 900 Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern zum Landesbrandmeister gewählt. Die Aufgabenfülle als oberster Brandschützer im Land lasse ihm zeitlich nicht mehr den nötigen Freiraum, um auch die Aufgaben als Gemeindewehrführer vollumfänglich zu erfüllen, begründete Möller sein Rücktrittsgesuch.

Die Wahl des Nachfolgers fiel den Wehrleuten offenkundig nicht übermäßig schwer. Bei nur einer Gegenstimme votierten 57 Kameraden auf der Vollversammlung für den Feuerwehr-Profi Markus Paschen (41). Der Güstrower, verheiratet, zwei Kinder, hat das Handwerk von der Pike auf gelernt, war zuletzt kommissarischer Leiter der Laager Flugplatzfeuerwehr, bevor er Anfang 2014 zur Rostocker Berufsfeuerwehr wechselte. Der Brandoberinspektor, mit seiner Ernennung zum Wehrführer gestern Abend zugleich zum Hauptbrandmeister befördert, ist seit 21 Jahren und damit noch vor seinem Berufseinstieg Mitglied bei der freiwilligen Wehr.


Paschen: Güstrower Wehr gut aufgestellt


„Sicherlich wird er einige andere Akzente setzen“, denkt der scheidende Wehrführer. Aber das sei, wenn ein anderer übernimmt, „ja logisch, und auch nichts Schlechtes“. Möller ist sich gewiss: „Ich gebe das Kommando in gute Hände ab. Das gibt Sicherheit, dass es der richtige Schritt war.“ Der Güstrower Wehr – ab heute in neuer Rolle – bleibe er durch seine berufliche Tätigkeit aber erhalten. Die gesamte Technik – zehn Einsatzfahrzeuge, fünf Anhänger, Stromaggregate, Rettungsboot, die beiden Stützpunkte in der Landesbrandmeister-Bever-Straße und im Langendammschen Weg… – verantwortet Möller weiterhin.

An die Stelle des Stellvertreters des Wehrführers rückt mit René Plotz (29), beruflich in der Bauaufsicht des Landkreises tätig, eine Führungs-Nachwuchskraft. Grundlegende Änderungen kündigt die neue Leitung derweil nicht an. „Wir haben ja eine gut funktionierende Feuerwehr“, meint Markus Paschen. Doch obwohl man personell gut aufgestellt sei, wäre es wichtig, mehr für den Anschluss von Schulabgängern zu tun, um diese der Wehr möglichst zu erhalten. Deshalb habe man begonnen, Partnerschaften in der Wirtschaft und mit den Schulen zu knüpfen, um „die Lücke zu schließen“, die oft mit Beginn von Ausbildung und Studium entstehe, so Paschen. Und schon jetzt möchte er sich auch auf Herausforderungen mit der bevorstehenden Novellierung des Landes-Brandschutzgesetzes einstellen.

 

 

 

 

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