Hoppenhof Teterow : VS-Geschädigte wittern weiteren Skandal

Die Schließung des Familienwohnheims Hoppenhof Teterow zum 31. Juli durch den Kreisverband Mecklenburg-Mitte der Volkssolidarität ist für den Interessenverein der Geschädigten (IVG) ein weiterer Skandal.

svz.de von
20. Juni 2012, 07:39 Uhr

Güstrow | Die im Volkssolidarität-Skandal betrogenen Anleger sehen eine unheilvolle Verquickung der Verantwortung zwischen dem VS-Kreisverband Mecklenburg-Mitte und der in Insolvenz gegangenen Immobilienfondsgesellschaften zu ihren Nachteilen. Das sagt Gottfried Hörnig, Vorsitzender des Interessenvereins der Geschädigten (IVG). Die IVG wittert mit der von der VS angekündigten Schließung des Familienwohnheims Hoppenhof in Teterow zum 31. Juli einen weiteren Skandal (wir berichteten).

Auf den Hoppenhof seien im Grundbuch sehr hohe Belastungen eingetragen. Neben 42 anderen Gläubigern stünden auch IVG-Mitglieder im Grundbuch. Hörnig: "Sie alle befürchten jetzt, dass sich der Kreisverband der Immobilie entledigt, in dem er sie von den Insassen befreit, um sie dem Verfall preiszugeben." Im Fall Hoppenhof handele es sich, erklärt Hörnig, aber nicht um Eigentum der Fondsgesellschaften, sondern um Besitz des VS-Kreisverbandes Mecklenburg-Mitte. Damit unterstehe, so der IVG-Vorsitzende, diese Immobilie auch nicht der Verfügungsgewalt des Insolvenzverwalters. Hörnig beklagte, dass er auf Fragen zur Zukunft der Immobilie von der Geschäftsführerin keine befriedigende Antwort erhalten habe.

SVZ stellte gestern Barbara Schäfer, Geschäftsführerin des Kreisverbandes, diese Fragen: Wem gehört der Hoppenhof? Stimmt es, dass Anleger des Immobilienfonds als Gläubiger vom Vorstand als Gläubiger im Grundbuch dieser Immobilie eingetragen wurden? Stimmt die Behauptung der IVG, dass die Immobilie dem Verfall preisgegeben wird? Und: Wie sind beim Hoppenhof der Kreisverband Mecklenburg-Mitte und die Fondsgesellschaften miteinander verquickt?

Barbara Schäfer antwortete darauf nur, dass der Hoppenhof Eigentum des Kreisverbandes ist. "Nach dem Auszug der Bewohner wird er nicht dem Verfall preisgegeben, sondern zunächst ordentlich gesichert", sagte sie. Sie zeigte sich über die SVZ-Nachfragen und die Darstellung von Gottfried Hörnig verwundert. Herr Hörnig habe ihr gestern die gleichen Fragen gestellt und sie seien beantwortet worden. Schäfer: "Herr Hörnig bedankte sich bei mir für die zufriedenstellende Antwort und hatte keine Nachfragen. Persönlich war ich enttäuscht, dass das Befinden der Bewohner ihn nicht interessierte."

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