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Lalendorf und Krakow am See : VR-Bank: Wie weit wird der Weg?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Morgen letzter Tag für Geschäftsstellen in Krakow am See und Lalendorf. Zu Automaten kein Kompromisslösung

von
erstellt am 27.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Bis zuletzt haben die Bürgermeister gekämpft, vergeblich. An der Entscheidung, die Beratungsstellen in Lalendorf und in Krakow am See mit diesem Freitag zu schließen, lässt die Volks- und Raiffeisenbank e.G. nicht rütteln. An beiden Standorten wird es ab 2. Mai lediglich noch möglich sein, seine Bankgeschäfte per Selbstbedienungsautomaten zu erledigen – oder alternativ im Internet beziehungsweise per Telefon. Persönliche Beratung werde es in diesen Zweigstellen vor Ort nicht mehr geben.

Ansonsten soll im Raum Güstrow (fast) alles beim Alten bleiben. In Laage finden die Kunden der Bank weiterhin in der Breesener Straße Berater vor, an der Tankstelle in der Daimler-Benz-Allee steht weiterhin ein Automat. In Güstrow spart die VR-Bank den Automaten im Netto-Markt im Heideweg ein. Die Geschäftsstelle bleibt am Pferdemarkt, ebenso die Automaten im Famila-Markt in der Südstadt und am ehemaligen Direktmarkt auf dem Distelberg. Wirtschaftliche Gründe, vor allem vor dem internationalen Geldmarkt-Hintergrund, führt die Bank als Begründung für die Ausdünnung ihres Versorgungsnetzes an, die in anderen Regionen weit schärfer ausfällt (SVZ berichtete).

Neues Angebot: Besuch vom Berater zu Hause

Für die am härtesten betroffenen Orte ein Schock. „Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt da wir in die Innenstadt mehr Schwung reinbringen wollen, springt jetzt einer ab“, klagt Bürgermeister Wolfgang Geistert in Krakow am See, „und das gerade in einer Kleinstadt mit vielen älteren Menschen… Ich bedauere das sehr.“

„Wie weit willst Du geh’n?“, fragt die VR-Bank mit ihrem Werbeslogan die Kunden in der Telefon-Anrufschleife. Für die Krakower Kunden empfiehlt Susanne Peters-Meyer, Marketingverantwortliche bei der VR-Bank, ab nächster Woche neben Güstrow auch den Weg nach Lübz und Plau am See als Anlaufpunkt zu einem Beratergespräch. Grundsätzlich biete die VR-Bank künftig auf dem Land Beraterbesuche zu Hause an, wenn ein Kunde dies wünsche. Beim Anruf im dafür erweiterten Servicecenter werde der Termin vereinbart.

„Diese allgemeine Tendenz, sich immer mehr von den Menschen zu entfernen, finde ich bedauerlich“, sagt Reinhard Knaack. Einen Kompromiss hatte der Bürgermeister der Bank für Lalendorf unterbreiten wollen: Einen halben Tag, wenigstens aber für ein paar Stunden an ein, zwei Tagen in der Woche solle doch ein Berater vor Ort Sprechzeiten abhalten. Die Gemeinde würde dafür einen Raum im Verwaltungsgebäude bereit stellen, offerierte der Bürgermeister. Dieses Angebot wolle man nicht generell ausschlagen, lässt Jan-Arne Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, ausrichten: Wenn ein Kunde nicht über Land fahren kann, aber auch zu Hause nicht Besuch erwünscht, sei man durchaus bereit zum Beratergespräch im Raum der Gemeinde – nicht aber als dauerhafte, feste Lösung.

Vor drei Jahren hatten die Volks- und Raiffeisen-Banken Güstrow, Wismar und Bad Doberan zur neuen Großbank mit Sitz in Wismar fusioniert. Für die Kunden solle sich nichts ändern, hieß es damals. Arbeitsplätze wären bis Ende 2016 garantiert. Jetzt erfolge eine „Personalanpassung“, eine „Reduzierung der Mitarbeiterzahl“, die „möglichst sozialverträglich“ erfolgen solle, wie es im Internetauftritt der Bank heißt. Für die betroffenen Kollegen in Lalendorf und Krakow am See bedeute das laut Sprecherin Peters-Meyer: Zwei werden nach Laage versetzt, zwei nach Lübz, einer nach Güstrow, und bei einem Mitarbeiter laufe der befristete Vertrag aus.

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