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Erlebnisbüdnerei im Güstrower Wildpark : Vorzeigeprojekt scheint gestorben

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Geplante Erlebnisbüdnerei im Wildpark Güstrow: Trotz politischem Votum der Stadtvertreter kündigt Bürgermeister erneut Widerspruch an.

Streitpunkt Erlebnisbüdnerei im Güstrower Wildpark: Das geplante und 1,7 Millionen Euro teure Leader-Vorzeigeprojekt scheint zunächst gestorben zu sein. Politisch von den Stadtvertretern gewollt (SVZ berichtete), mussten sie bei der Stadtvertretersitzung am Donnerstagabend zähneknirschend zurückrudern und stattdessen aus formalen Gründen einem Widerspruch von Bürgermeister Arne Schuldt zur Umsetzung des Projektes beitreten. Ursprünglich wollten die Stadtvertreter den Eigenanteil der Stadt in Höhe einer halben Million Euro für die Erlebnisbüdnerei inklusive neuer Parkplätze und Wanderwege durch eine Kreditaufnahme finanzieren. Doch die Untere Rechtsaufsichtsbehörde hat eine Kreditaufnahme nicht genehmigt.

„Dennoch wollen wir an dem Projekt festhalten“, unterstrich der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Ohm und brachte postwendend einen Dringlichkeitsantrag mit einer neuen Deckungsquelle ein. Demnach sollen die erforderlichen Eigenmittel der Stadt dem Wildpark als Investitionszuschuss zur Verfügung gestellt werden, eingestellt in den Haushalt in drei gleichen Jahresscheiben für 2016, 2017 und 2018. Das Geld solle aus der allgemeinen Rücklage entnommen werden. Das beschlossen die Stadtvertreter dann auch einstimmig.

Sofort meldete sich der Bürgermeister zu Wort: „Die Bauchschmerzen bleiben.“ Er bemängelte eine fehlende Investitionsstrategie für die Erlebnisbüdnerei, erinnerte auch an die seiner Meinung nach nicht bedachten Folge- und Unterhaltungskosten. Es wurde deutlich: Das Projekt erscheint ihm für die Stadt zu unsicher und zu kostspielig. In diesem Zusammenhang brachte Arne Schuldt das stark sanierungsbedürftige Freizeitbad „Oase“ ins Spiel. „Da kommen mindestens fünf Millionen Euro auf uns zu.“ Kurzum: Schuldt kündigte an, auch gegen den beschlossenen Dringlichkeitsantrag der CDU Widerspruch einlegen zu wollen. Auf SVZ-Nachfrage bestätigte er gestern, dies auf jeden Fall durchziehen zu wollen.

Wildpark-Leiter Klaus Tuscher zeigte sich gestern enttäuscht. „Wenn die Eigenmittel von der Stadt nicht kommen, sehe ich keine Möglichkeit, das Projekt umzusetzen. Aus eigener Kraft schaffen wir das nicht.“ Sämtliche Planungen für die Erlebnisbüdnerei seien bisher vom Wildpark selbst geleistet worden. „Jetzt ist ein Punkt erreicht, wo es nicht mehr weitergeht“, sagt Tuscher. Doch er will das Projekt noch nicht aufgeben. „Ich hoffe weiterhin, dass die Stadt uns im Investitionshaushalt unterstützt.“ Besonders auch der geplante Parkplatz komme nicht allein dem Wildpark, sondern der ganzen Stadt zu Gute, ist er überzeugt. Jetzt gehe es darum eine Investitionsplanung in den Wirtschaftsplan des Wildparks einzuarbeiten. „Das wird Gegenstand auf der nächsten Gesellschafterversammlung sein“, so Tuscher, der hofft, dass sich noch alles „zum Guten wendet“.

Auch Uwe Heinze (SPD) sieht jetzt die Gesellschafterversammlung des Wildparks in der Pflicht. Und Sascha Zimmermann (FDP) sagte auf der Stadtvertretersitzung: „Wir wollen das Projekt weiter vorantreiben. Der Bürgermeister muss jetzt mit den Gesellschaftern die Grundlagen dafür schaffen.“ Der Bürgermeister dürfe sich dem Projekt nicht verschließen.

 

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erstellt am 15.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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