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Stadtvertretung Güstrow : Vorstoß für Sicherheit gescheitert

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Stadtvertreter lehnen CDU-Antrag zur Verhinderung von Grabschändungen auf Güstrower Friedhof mehrheitlich ab

svz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 15:40 Uhr

Diebstähle von Gräbern und Vandalismus aller Art – Immer wieder wird der Güstrower Friedhof heimgesucht. Unsere Zeitung musste in diesem Jahr bereits mehrmals über solche schändlichen Vorkommnisse berichten. Zuletzt hatten Diebe Gegenstände vom Grab des nur fünf Wochen alten Dominic entwendet. Seine Mutter hatte sich an die SVZ gewandt. Auch Friedhofsverwalter Holger Büttner ist frustriert: „Wir haben ständig mit Diebstählen von Gräbern zu kämpfen, auch mit Zerstörungen. Solche Diebstähle sind an der Tagesordnung. Wir sind da mehr oder weniger machtlos.“ Trotz des offensichtlichen Handlungsbedarfs scheiterte auf der jüngsten Stadtvertretersitzung ein Antrag des CDU-Stadtvertreters Sebastian Berg. Er wollte Grabschändungen entgegenwirken und dafür auch den Kommunalen Ordnungs- und Sicherheitsdienst (KOSD) auf dem Güstrower Friedhof einsetzen. Doch die Abgeordneten lehnten seinen Vorstoß mehrheitlich ab.

„Der Friedhof als Ort des lebendigen Gedenkens muss gewahrt bleiben. Dazu muss es auch wieder möglich sein, dass persönliche Gegenstände zum Gedenken an einen geliebten Menschen dort auf dem Friedhof platziert werden können und Gräber nicht geschändet werden“, hatte Berg seinen Antrag auf der Sitzung verteidigt. Ihm geht es um mehr Sicherheit auf dem Friedhof. In Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung sollte deshalb der städtische KOSD den Friedhof in einem dreimonatigen Pilotversuch bestreifen.

Dagegen regte sich sofort Widerstand. Uwe Heinze (SPD) sagte, dass er mit Pastor Matthias Ortmann von der Pfarrgemeinde, die für den Friedhof verantwortlich ist, darüber gesprochen habe. Der Pastor habe ihm gesagt, das auf dem Friedhof nur das geschehe, was die Menschen dort zulassen würden. Laut Heinze könne sich Ortmann nicht vorstellen, dass das Problem so beseitigt werden könne. Bernd Lippert (Grüne) nannte die Grabschändungen „bedauerliche Einzelfälle“. Den KOSD einzusetzen sei überzogen. „Hat der KOSD überhaupt freie Ressourcen?“, fragte er.

Das beantworte Ordnungsamtschef Detlef Moll prompt: „Der Friedhof ist Privatgelände. Eine flächendeckende Überwachung ist zudem unmöglich. Die Kapazitäten des KOSD sind begrenzt.“

CDU-Fraktionschef Andreas Ohm versuchte den Antrag noch zu retten. Es gehe darum, Maßnahmen zu ergreifen, um das Sicherheitsgefühl auf dem Friedhof zu stärken, um solche „abscheulichen Dinge“ zu verhindern, sagte er. Berg schlug vor, wenn der KOSD schon nicht auf dem Friedhof patroullieren könne, dann doch vielleicht im St-Jürgens-Weg. Doch die Stadtvertreter gingen bei diesen Forderungen nicht mit.

Güstrows Friedhofsverwalter Holger Büttner hatte Sebastian Bergs Idee, den Kommunalen Ordnungs- und Sicherheitsdienst auf dem Friedhof einzusetzen, begrüßt. Schon die Präsenz könne die Diebe abschrecken, so Büttner gegenüber unserer Zeitung. Der Güstrower Friedhof hat eine Fläche von 15 Hektar und rund 8000 Gräber.  

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