Forstamt Güstrow : Vorsicht, Waldbrandgefahr!

Frank Keil in einem Wald nahe Garden. In dieser Region im Süden des Landkreises ist die Waldbrandgefahr höher.
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Frank Keil in einem Wald nahe Garden. In dieser Region im Süden des Landkreises ist die Waldbrandgefahr höher.

Seit Dienstag gilt Warnstufe 3 im Forstamt Güstrow

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25. Juli 2014, 06:00 Uhr

Im Forstamt Güstrow gilt seit Dienstag die Waldbrandwarnstufe 3. „Damit befinden wir uns im Mittelfeld, denn in diesem Jahr wurden die Stufen umgestellt und den anderen Bundesländern angeglichen. Es gibt nicht mehr die Stufen 0 bis 4, sondern 1 bis 5. Die 0 war immer irritierend, denn Wald heißt Holz und das kann immer brennen“, erläuterte Ralf Neuss, Leiter des Leitforstamtes Güstrow, zu dem die Forstämter Güstrow, Dargun und Schlemmin gehören. Für die Landesforst sowie alle anderen Waldbesitzer, egal ob privat oder kommunal, gilt bei dieser Stufe eine erhöhte Bereitschaft. „In den Forstämtern ist seit Dienstag immer ein Förster bis 18 Uhr per Handy in Bereitschaft. Erhöht sich die Warnstufe, geht die Bereitschaft länger, maximal bis 20 Uhr“, so Neuß.

Immer wenn die Waldbrandgefahr steigt, kommt das Waldbrandmeldesystem in Gang, das vom Leitforstamt Güstrow für alle Waldbesitzer geleitet wird. Ralf Neuß: „Wir haben ein Mail-System aufgebaut, mit dem alle Waldbesitzer, die Rettungsleitstelle, der Katastrophenstab in Rostock bzw. alle, die das interessieren muss, über den Stand informiert werden. Der Deutsche Wetterdienst füttert uns mit Daten.“

Im Forstamt Güstrow, zu dem 17 000 Hektar Wald gehören und die Landesforst 5900 Hektar hat, sind in der Nord-Süd-Richtung unterschiedliche Bestände. Ralf Neuß: „Im Norden haben wir sehr viel Laubwald, wo die Waldbrandgefahr generell geringer ist. Im Süden gibt es mehr Nadelholz, das auf den ärmeren Sanden steht. Da ist die Feuergefahr größer.“ Allerdings handelt die Landesforst dort bereits seit Jahren und pflanzt in die Kiefernbestände Laubbäume. „Da sackt die Gefahr ab“, weiß der Amtsleiter.

Das führte dazu, dass das Forstamt in die Waldbrandgefahrenklasse C – die niedrigste – eingestuft wurde. Neuß: „Wir gehen in diesem Forstamt davon aus, dass es grundsätzlich eine geringere Gefährdung der Bestände durch Feuer gibt.“ Was allerdings nicht ausschließe, so Neuß weiter, dass Einzelbestände bei Krakow am See und Lohmen oder Teile der Kirch-Rosiner Reviere mehr gefährdet sein können.

Die Gründe für die jetzige Stufe 3 in der Region Güstrow liegen auf der Hand, die andauernde Hitze und der fehlende Regen. Allerdings rechnet der erfahrene Forstmann damit, dass die Gefahr im Laufe des Sommers noch größer werden könnte. „Denn von der Gefahr wie 2003 sind wir noch ganz weit weg. Damals mussten wir viele Wälder sperren“, erinnert sich Ralf Neuß.

Der Forstamtsleiter weist noch auf ein anderes Problem hin. Diese Gefahr kommt von den Feldern, die an Wälder grenzen und wo jetzt Raps und Getreide geerntet werden. „Da kann sich an einer Maschine was heiß laufen und einen Brand auslösen. Solch ein Feuer ist eine große Gefahr für angrenzende Wälder“, beschreibt Neuß. Dieses Jahr war das aber noch nicht der Fall.

Indes geht der normale Arbeitsalltag in den Forstämtern weiter. Neuß: „Der Sommer ist die Zeit für die Kulturpflege. Unsere Forstarbeiter halten die Bäume in Schuss, die im vergangenen und in diesem Jahr gepflanzt wurden.“ Dazu würde auch Regen passen. Mit zwei Effekten: Die Bäume wachsen besser und schon bei einem Niederschlag von über fünf Millimetern pro Quadratmeter könnte im günstigsten Fall die Waldbrandwarnstufe bis zu zwei Stufen herabgesetzt werden.


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