Pilzsuche : Vorsicht vor dem Giftchampignon

Sie waren dabei bei der Pilzwanderung bei Pilzberater Klaus Warning (r.) durch den Vierburgwald. Und die Teilnehmer waren erfolgreich, wie man sehen kann.
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Sie waren dabei bei der Pilzwanderung bei Pilzberater Klaus Warning (r.) durch den Vierburgwald. Und die Teilnehmer waren erfolgreich, wie man sehen kann.

Mitstreiter vom dfb-Projekt „Natur Pur“ streifen durch den Vierburgwald / Experte: Pilzjahr 2014 war ein durchwachsenes

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05. November 2014, 06:00 Uhr

Bei herrlichem Herbstwetter trafen sich Mitglieder des Projektes „Natur Pur“ des Demokratischen Frauenbundes (dfb) zu einer Wanderung durch den Stadtforst Vierburg. Als Pilzsachverständiger des Landkreises Rostock nahm ich an der Wanderung teil. Ging es doch auch darum, Pilzarten kennenzulernen und aus den essbaren Pilzen vielleicht noch ein schmackhaftes Gericht zuzubereiten.

Dieses Vorhaben konnte auch umgesetzt werden, fanden die Teilnehmer der Wanderung doch unter anderem Maronen, Rotfußröhrlinge, Pfifferlinge, Schirmlinge und noch andere essbare Arten. Ungenießbare Baumbewohner, wie Porlinge, Trameten usw., wurden auch mitgenommen. Daraus kann man nämlich Advents- und Weihnachtsgestecke basteln.

Da die Wanderung auf den ausgeschilderten Pilzlehrpfad entlang führte, konnten die Teilnehmer die gefundenen Pilzarten an den Schautafeln vergleichen. Wie die Teilnehmer später sagten, fand diese lehrreiche Wanderung, die von Christa Potrafke vorbereitet wurde, bei allen viel Anklang. Die Rühnerin hatte auch für die Verpflegung unterwegs gesorgt.


Maden und Schnecken verärgern den Sammler


Auch viele andere Menschen der Region zog es in diesem Jahr wieder in die Natur, auf der Suche nach den Früchten des Waldes. Blickt man auf das Pilzjahr 2014 zurück, so war es eher durchwachsen. Grund war am Anfang die lange Trockenheit. Pilze, die sonst Ende Mai erscheinen, waren gar nicht da, bzw. drei Wochen später. So ging es dann die nächsten Monate weiter. Zwar brachte mancher ganze Körbe voll mit Steinpilzen, Maronen usw. nach Hause, doch die Ernüchterung folgte zumeist. Denn zuvor hatten sich schon Maden und Schnecken „satt gegessen“. So war das Pilzjahr 2014 für „Kochtopfmykologen“ kein so gutes.

Dieses schlug sich auch bei meinen Beratungen nieder. Die Anzahl der Ratsuchenden lag niedriger als in den Vorjahren. Ausgesondert wurden dieses Jahr sehr viele Giftchampignons. Die sind immer mehr im Kommen. Vor dem Genuss muss man ausdrücklich warnen, können sie doch schwere Magen- und Darmbeschwerden hervorrufen.

Glücklicherweise bestätigte sich der Verdacht bei zwei Kleinkindern auf eine Pilzvergiftung nicht. Die beiden Mädchen hatten von Pilzen, die auf Rasenflächen wuchsen, eine „Kostprobe“ genommen. Bei der Untersuchung der Pilze ergab sich dann, dass es sich um nicht giftige Pilze handelte (SVZ berichtete).

In einem anderen Fall wurde die Giftnotzentrale Erfurt und das KMG-Klinikum Güstrow eingeschaltet. So eine schnelle Behandlung ist aber nur möglich, wenn man die Reste der verzehrten Pilze sichert, um sie den Pilzsachverständigen vorzulegen.

Wer die Hilfe des Fachmanns bereits vor dem Essen in Anspruch nehmen möchte, sollte Folgendes beachten: Es ist sehr wichtig, dass diese Pilze nicht abgeschnitten, sondern aus dem Erdboden herausgedreht oder mit dem Finger oder Messer herausgehoben werden. Denn am Stielende (Basis) befinden sich wichtige Merkmale zur Bestimmung.

Eine genaue Expertise ist auch nur direkt möglich. Beratungen per Telefon oder E-Mail mit beigefügtem Foto sind ausgeschlossen. Denn Fehler kann man sich im Interesse der Gesundheit nicht erlauben.

Wer bei seiner Pilzwanderung dennoch nicht ganz unvorbereitet sein will, der legt sich am besten ein gutes Pilzbuch zu. Ein solches gutes Pilzbuch kostet um die 20 Euro und beschreibt auch die Unterschiede zwischen giftigen bzw. ungenießbaren Pilzen auf der einen Seite und den Doppelgänger der essbaren Speisepilze.

Und wer noch mehr Interesse für Pilze hat und vielleicht selbst anderen helfen möchte, der kann sich als Pilzsachverständiger im Landkreis bewerben. Wir suchen dringend Nachwuchs.



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