Bauernverband Güstrow : Vor Ende der Quote Milchpreis im Keller

Für die Milch gibt es derzeit 28 Cent pro Kilogramm. Alle hoffen, dass der Milchpreis wieder steigt.
Für die Milch gibt es derzeit 28 Cent pro Kilogramm. Alle hoffen, dass der Milchpreis wieder steigt.

Bei der Mitgliederversammlung des Bauernverbandes Güstrow kamen Themen, wie Milchpreise und die neue Düngemittelverordnung auf den Tisch

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06. März 2015, 06:00 Uhr

Am 1. April ist die Milchquote in Europa Geschichte. Über Jahrzehnte wurde so die Milchmenge reguliert. „Ab April greifen die Mechanismen des freien Marktes“, betont Matthias Hantel. Der Vorsitzende des Bauernverbandes Güstrow ist gespannt auf die Entwicklung, die gestern ein Schwerpunkt der Diskussion auf der Mitgliederversammlung des Bauernverbandes in Tellow war.

Die Umstellung kommt in einer Zeit, in der es in der Veredlungsproduktion – Milchkühe, Schweine, Geflügel, Obstbau – ohnehin nicht zum Besten stehe. „Die Preise sind eingebrochen. Die Erlöse der Landwirte liegen 30 bis 50 Prozent unter dem Niveau vergangener Jahre“, macht Hantel aufmerksam und sieht die Entwicklung als existenzbedrohend für die Unternehmen. Zuletzt habe es für das Kilogramm Milch 28 Cent gegeben. Vor einem Jahr waren es 40 Cent. Hantel hegt allerdings die Hoffnung, dass es wieder aufwärts gehen könnte. Jüngste Ankündigungen des Handels zu Preissteigerungen u.a. bei Butter würden bei den Landwirten noch nicht ankommen, betont der Vorsitzende des Bauernverbandes Güstrow mit 202 Mitgliedern aus den Regionen Güstrow und Teterow.

Zweiter Diskussionsschwerpunkt war die neue Düngemittelverordnung, die 2016 kommt. „Da die Ausbringungszeiten eingeschränkt werden, brauchen die Landwirte mehr Lagerkapazitäten“, benennt Hantel das Problem. Diese müssten für Gülle, Jauche und Dung geschaffen werden. Hantel fordert die Landesregierung auf, diesen Prozess zu unterstützen und denkt dabei an ein Förderprogramm und zügiges Handeln im Genehmigungsverfahren. Man wolle den Forderungen gerecht werden, sehe ein, dass es Änderungen geben müsse. Aber gerade in einer Zeit mit niedrigem Milchpreis sei das nicht einfach, so Hantel.

Für Diskussionen unter Landwirten sorgt auch der Mindestlohn. Dabei, so Hantel, gehe es nicht um die 8,50 Euro, sondern um den bürokratischen Aufwand beim Nachweis der Arbeitsstunden.


Landwirte wollen in ihr Image investieren


Insgesamt spricht Hantel von einer „durchwachsenen Stimmung“ unter den Bauern. Neben den genannten Problemen schlägt das vergangene Jahr mit überdurchschnittlichen Erträgen bei Getreide und Raps, Futterpflanzen und Zuckerrüben positiv zu Buche. Die gesunkenen Preise hätten ebenso durch die hohen Erträge ausgeglichen werden können.

Eine positive Bilanz zog der Vorsitzende des Bauernverbandes in eigener Sache. Mit der Konzentration auf eine Geschäftsstelle in Alt Sührkow (zuvor Güstrow und Jördenstorf) und die Reduzierung von drei auf zwei Arbeitskräfte im operativen Geschäft habe man die Finanzen wieder in den Griff bekommen. Dennoch beschloss die Mitgliederversammlung gestern auch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Werbung in eigener Sache koste Geld. Man wolle in der Öffentlichkeit am Image der Landwirtschaft arbeiten, erklärt Hantel dazu.

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