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Tag der offenen Tür : Vor der dritten großen Veränderung

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Vom Tag der offenen Tür in der 3. Regionalen Schule der Stadt Güstrow „Thomas Müntzer“

von
erstellt am 18.Jan.2015 | 21:15 Uhr

Beim ersten Versuch zittern Angelina Kraft noch etwas die Hände, will der Tropfen nicht so auf dem Centstück liegen bleiben, wie er soll. Dann klappt es besser, bildet sich auf der kleinen kupferfarbenen Scheibe ein dicker Wasserberg. Das neunjährige Mädchen experimentiert unter Anleitung von Fachlehrerin für Biologie und Chemie Roswitha Knüppel mit der Oberflächenspannung von Wasser.

In einem anderen Fachraum der Thomas-Müntzer-Schule können die noch jungen Besucher beim Tag der offenen Tür mit Legosteinen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. An einer großen magnetischen Deutschland-Karte probieren sich angehende Regionalschüler bei der Suche nach geografischen Punkten im Land. Natürlich, das Haus wirbt wie alle Schulen in diesen Wochen um ihre künftigen Schüler. Praxisverbundenes Lernen gehört aber auch zu den Leitlinien an der Thomas-Müntzer-Schule, erläuterte Bärbel Wendorf am Tag der offenen Tür den Eltern und interessierten Schülern.

Ob Roswitha Knüppel Angelinas Lehrerin werden wird, weiß die Grundschülerin so genau noch nicht. Doch es wäre schon sinnvoll, meint Vater Andreas Kamke, wenn sie ab dem kommenden Schuljahr aus der benachbarten Fritz-Reuter-Grundschule in die Thomas-Müntzer-Schule wechseln würde. Man wohnt in der Nähe, und auch Angeli-nas Geschwister lernen hier bereits.

Auf jeden Fall wird sich Angelina auf regen Baubetrieb zwischen Wenden- und Werlestraße einstellen müssen. Sobald die Finanzierung steht – rund 8 Millionen Euro Investitionsbedarf sind grob überschlagen – , will die Stadt das lange geplante Sanierungsvorhaben ausschreiben. Es wird die zweite große räumliche Veränderung der Schule an ihrem Standort auf dem Distelberg sein. Vor 35 Jahren, als es im Palais in der Langen Straße zu eng geworden ist, war die Müntzerschule aus der Innenstadt in den Norden Güstrows gezogen. 1993 kam der zweigeschossige Containeranbau hinzu, weil das Haus aus seinen Nähten zu platzen drohte. 276 Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 werden heute hier zweizügig von 25 Pädagogen unterrichtet, unterstützt von einer Sozialarbeiterin und einer Referendarin.


Anbau, Sanierung, Rückbau, Gestaltung


Wann der Umbau beginnt und alles fertig sein wird, steht noch nicht fest. Wie alles künftig aussehen wird, war am Tag der offenen Tür aber schon zu sehen: Wo jetzt noch das alte Kohlenlager steht und die Lehrer ihre Autos parken wird sich, neben dem Haupthaus leicht versetzt zur Werlestraße hin, ein dreigeschossiger Anbau anschließen. Wenn der fertig ist, beginnt die Komplettsanierung des Stammhauses. Danach endlich soll es Unterricht im Container, eigentlich als Provisorium gedacht, nicht mehr geben. Die frei werdende Fläche soll als grüne Ruhezone, ergänzt um einen Schulgarten, umgestaltet werden. Der kleine hauseigene Parkplatz zieht auf die Fläche, auf der jetzt das Häuschen der Sozialarbeiterin steht, um. Bärbel Wendorf ist schon voller Vorfreude: „Das wird dann, zusammen mit der Fritz-Reuter-Schule, ein richtig schöner Schulkomplex auf dem Distelberg sein.“

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