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Asylbewerber : Von Kochlöffel bis zum Drachenboot

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Flüchtlinge lernen bei Grundausbildung im Bützower Berufsbildungsverein Umgang mit Holz / Alltagsgegenstände für den Eigenbedarf

Ein Brotkasten, verschiedene Holzlöffel, Pfannenbesteck oder auch ein Beistelltisch – in den Räumlichkeiten des Bützower Berufsbildungsvereins mit Sitz in Steinhagen entstehen in diesen Tagen hübsche Stücke aus Holz. Flüchtlinge und Asylbewerber, die in der Region untergebracht sind, lernen hier derzeit in einer Grundausbildung den Umgang mit Holz. Die Flüchtlinge – der Jüngste ist gerade erst 23, der älteste 62 Jahre alt – arbeiten an Kleinprojekten und können selbst entscheiden, was sie fertigen möchten.

An einige Teilnehmer seien echte Künstler verloren gegangen, ist Geschäftsführer Peter Müller beeindruckt. Denn gelernt hat das Handwerk bisher keiner. Die fertigen Werke können sich dennoch sehen lassen.

„Jeden Tag haben wir neue Ideen. Es macht Spaß und es ist eine gute Arbeit“, erklärt Shaqiri. Er hat schon eine halbe Küchenausstattung aus Holz gebaut. Das nächste Projekt ist ein Brotkasten.

Müller lobte die Disziplin, Zielstrebigkeit und den Fleiß, mit dem die Männer aus Syrien, Afghanistan, der Ukraine, dem Iran und Albanien an die Arbeit gingen. Damit sie morgens pünktlich anfangen können, stellt er auch Fahrräder zur Verfügung.

Mitten in der Werkstatt steht noch ein gemeinsames, großes Projekt, an dem gearbeitet wird. Für den Kanuklub Bützow entsteht hier ein stattliches Wikingerschiff. „Das wird Ende April fertig“, verrät Müller.

Dass die Flüchtlinge diese Möglichkeit haben, beruht auf einer Zusammenarbeit des Berufsbildungsvereins mit den Maltesern. Im Idealfall sollten diese Kooperationen noch ausgeweitet werden, hofft Christian Schapat, der die Flüchtlinge betreut. „Wir sind bemüht, andere Institutionen ins Boot zu holen“, so Schapat. Finanziert werden die genutzten Materialien und Werkzeuge durch Fördermittel, so dass dem gemeinnützigen Verein nur wenig Kosten entstehen.

Wenn Ende April alle Möbel fertig gebaut und das Wikingerschiff fahrbereit ist, soll – geht es nach Peter Müller – nicht Schluss sein. „Wir setzen alles daran, das Projekt weiterzuführen.

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