SVZ-Vereinsserie : Von Hubertusmesse zum Förderverein

Karsten Melle und seine Frau Heike ergriffen die Initiative zur Gründung des Fördervereins. Im Hintergrund die ehemalige Pfarrscheune, die der Verein ausbaut.
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Karsten Melle und seine Frau Heike ergriffen die Initiative zur Gründung des Fördervereins. Im Hintergrund die ehemalige Pfarrscheune, die der Verein ausbaut.

SVZ-Vereinsserie: Verein „Uns Dörpkirch – Freunde der Dorfkirche Hohen Sprenz“ baut ehemalige Pfarrscheune im Dorf aus.

Mit dem Erhalt und der Sanierung der ehemaligen Pfarrscheune neben der Hohen Sprenzer Kirche hat sich der Verein „Uns Dörpkirch“ eine Art Lebensaufgabe gestellt. Oder wie Vereinschef Karsten Melle scherzhaft sagt, sich ein „Fass ohne Boden“ zugelegt. Gerade wurde der Fußboden neu verlegt sowie Wasser- und Elektroanschluss geschaffen. In den nächsten Wochen steht ein Entwässerungskanal vor der Scheune auf dem Plan, damit Regenwasser nicht in das Gebäude läuft. Für 2017 hat sich der Verein den zweiten Giebel der Scheune vorgenommen. So nach und nach nimmt die Feier-Scheune Gestalt an. Wie sich überhaupt das Denkmalensemble von Scheune, Kirche und Pfarrhaus zunehmend zum Dorfmittelpunkt entwickelt.


Im Herbst in Scheune endlich Licht


Vor gut einer Woche organisierte die Laager Kirchgemeinde hier ein Konzert mit der Gruppe „Masaa“. Der Hohen Sprenzer Verein übernahm die Versorgung der Gäste und lud anderntags selbst zum Sommerfest auf die Wiese ein. „Und im Herbst werden wir nach der Hubertusmesse in der Kirche in der Scheune feiern und dabei sogar Licht haben“, freut sich Karsten Melle.

Die Hubertusmesse in Hohen Sprenz war so etwas wie die Initialzündung für die spätere Vereinsgründung. Als es den leidenschaftlichen Jäger Karsten Melle 2000 berufsbedingt nach Mecklenburg verschlug, wandte er sich an die Kirchgemeinde mit der Bitte, die Feier der Hubertusmesse zu prüfen. Lange tat sich nichts und Ulrich Palmer, der damalige Pastor, zweifelte sogar ein wenig, ob das für die Hohen Sprenzer etwas sein würde. Aber versuchen wollte er es zumindest und so gab es 2004 die erste Hubertusmesse. Mit riesigem Erfolg. Die Einnahmen kamen damals der Sanierung des Altarraums der Kirche zu Gute. Jahre später fragte Palmer an, ob sich aus dem Kreis, der jährlich die Hubertusmesse organisiert, nicht ein Förderverein für die Kirche bilden ließe. Am 9. September 2009 wurde dieses Vorhaben umgesetzt.

„Wir haben Christen und Atheisten in unseren Reihen. Unser Ziel ist, zum Erhalt des Denkmals Kirche und zur Geselligkeit in unserem Dorf beizutragen“, sagt Melle. In letzterem Punkt ist man sich einig mit den beiden anderen Aktivposten im Dorf, dem Sportverein und der Feuerwehr. Manche sind sogar in zwei Vereinen. Wie Thomas Rosenstiel, der der Abteilung Fußball vorsteht, in der Gemeindevertretung sitzt und stellvertretender Bürgermeister ist. Im Kirchen-Förderverein legt er bei Festen gern die Thüringer Bratwürste auf den Grill. Echte Thüringer, betont er. Die bezieht Karsten Melle nämlich aus Weimar. „Alte Connections“, schmunzelt der in der Goethe-Stadt Bad Tennstedt geborene Vereinschef. Den Tresen besetzt übrigens oft Michael Hardegen, der für die Bauarbeiten an der Pfarrscheune die Technik aus seiner Gartenbaufirma mitbringt. „Die Einnahmen, die wir aus unseren Veranstaltungen erzielen, stellen wir der Kirche zur Verfügung“, versichert Melle.

Übers Jahr organisieren die Vereinsmitglieder ein Sommer- und ein Apfelfest, kümmern sich um die Hubertusmesse und übernehmen beim jährlichen Tannenbaum-Verbrennen die Versorgung. An jedem zweiten Montag im Monat treffen sich die Vereinsmitglieder, um die nächsten Vorhaben zu besprechen. „Wir sind mal gerade 22 Mitglieder. Aber mindestens noch einmal so viele Hohen Sprenzer unterstützen unseren Verein“, versichert Melle.

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