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Unternehmen in Güstrow : Von gebrauchten Autos bis E-Bikes

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Fahrradgeschäft Axel Kuhse feiert von heute bis Sonnabend 25-jähriges Firmenjubiläum

25 Jahre ist Axel Kuhse mit seinem Fahrradgeschäft in der Hageböcker Straße 105 in Güstrow sein eigener Herr. Das feiert er am Sonnabend, dem30. Mai. Von 9 bis 12 Uhr ist sein Laden zwar wie immer geöffnet. Nachmittags freut er sich dann jedoch auf Freunde, Verwandtschaft, ehemalige Sportkameraden und natürlich viele Stammkunden, die er eingeladen hat.

Aber auch schon ab heute geht es um sein Jubiläum, denn er sagt seiner Kundschaft bis Sonnabend mit vielen Aktionen danke.
„Schuld“ an seinem Schritt vor 25 Jahren war wie bei vielen die Wende. Der heute 53-Jährige hatte damals das Gefühl, etwas Neues beginnen zu müssen. Also zog der gebürtige Güstrower und heutige Gutower im März 1990 die Reißleine, sagte seiner Arbeit als Meister im allgemeinen Maschinenbau im Landmaschinenbau Güstrow tschüss und füllte eine Gewerbeanmeldung aus. Bis zum selbstständigen Kaufmann mit der Spezialstrecke Fahrrad war es aber noch ein weiter Weg. Denn zuerst stieg Axel Kuhse in den Handel mit gebrauchten Autos und Autoteilen ein. „Die Idee kam mir, als ich mit meinen Volleyball-Kollegen nach Schleswig-Holstein fuhr. Da las ich morgens beim Frühstück in der Zeitung eine Anzeige, die Gebrauchtautos für 200 DM anpries“, erinnert sich Kuhse. Für ihn sofort mehr als nur ein Gedanke. Aber das allein wuppen? Nein, das hätte nicht funktioniert. Axel Kuhse suchte sich deshalb in Lübeck einen „Wessi-Geschäftspartner“.

Er fand ihn in Karl-Heinz Förster, den er für Sonnabend auch eingeladen hat. Mit dem gründete er eine GbR und stieg in das Autogeschäft ein. Was dann ablief, ist eine Geschichte, die nur in der Wendezeit möglich war. Kuhse: „Er kannte mich nicht, ich hatte kein Kapital und trotzdem hat er sich darauf eingelassen. Noch vor der Währungsunion verkauften wir Autos. Das Westgeld gab’s erst danach. Eine tolle Zeit. Heute unvorstellbar.“ Das alles geschah in den Gebäuden in der Hageböcker. In denen war bis in die 1970er-Jahre die Familien-Schlachterei von Hans-Hermann Kuhse. Danach betrieb der Konsum einen Laden, in dem man Fahrräder kaufen und Autos bestellen konnte, auf die man jahrelang warten musste, und die HO (volkseigene Handelsorganisation) hatte dort eine Vorbereitungsküche und die Eintopf-Löffelstube eingerichtet. Kuhse merkte aber bald, dass das Autogeschäft andere besser konnten. 1995 war dieses Kapitel daher beendet. Er verkaufte alles an einen Autohändler und entschied sich fürs Fahrradgeschäft in der Nummer 105. Kuhse klärte in der Familie den Haus-Kauf, zahlte die Erben aus – und startete durch.
Der Einstieg als Radlerfirma war jedoch genauso spektakulär wie der Gebrauchtwagenverkauf. „Wieder fuhr ich nach Lübeck. Ich nahm bei einem Großhändler zehn Räder in Kommission. Bei uns war das High Tech, drüben waren das alte Dinger“, erzählt Axel Kuhse. Nach zwei Tagen waren aber alle Räder verkauft und die Nachfrage stieg und stieg – bis heute. Deshalb resümiert Axel Kuhse zum Jubiläum: „Gut, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe.“ Denn er hatte in den zweieinhalb Jahrzehnten nie Probleme, obwohl sich zu besten Zeiten in Güstrow elf Konkurrenten auf dem Markt tummelten. „Ich hatte nie Leerlauf sondern immer gut Arbeit“, sagt er. Aber Axel Kuhse schaffte sich auch seine Rahmenbedingungen, frei nach dem Tipp eines westdeutschen Unternehmers gleich nach der Wende: „Egal, wer in den Laden kommt. Jeder wird vernünftig bedient und kommt dann bestimmt gern wieder.“

In die Karten spielte der Fahrradbranche aber auch die Entwicklung. „Es gibt immer mehr Fahrradwege, Radfahren ist gesund und macht Spaß“, betont Kuhse. Immer mehr in Gang kommt auch der Verkauf von Elektro-Bikes. Axel Kuhse: „Es geht immer weiter und ich bin dabei.“

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