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Modellbauer aus Güstrower : Von der Bahn zu Schiffen gewechselt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Modellbauer Günter Retzlaff aus Güstrow widmet sich im Winter intensiv seinem Hobby

Auf dem Krakower Bahnhof stehen einige Männer und Frauen und warten auf einen Zug. Allerdings nur in der Miniaturausgabe der Modellbahn des Güstrowers Günter Retzlaff. In seinem Hobbykeller hält sich der 74-Jährige fast jeden Tag im Winter auf. Er werkelt aber kaum noch an der Modelleisenbahn, denn die ist fertig gebaut. Seit vier Jahren widmet er sich dem Fertigen von Clippern.

„Das waren Handelsschiffe, die später zu Piratenschiffen wurden“, sagt Günter Retzlaff begeistert. Diese alten Schiffe haben es ihm angetan. Drei Decks sind im Schiffsrumpf versteckt, die er alle peinlichst genau nacharbeitet. Der gelernte Automechaniker hat große Freude am Basteln und Werkeln. Eine Besonderheit: Er baut zwei Schiffe des gleichen Modells gleichzeitig. „Für das eine Modell kaufe ich die Zubehörteile und arbeite sie für das zweite Modell nach“, erklärt er. Genau das mache den Reiz für ihn aus. Dazu gehören Gefängniszellen ebenso wie Kajüten und die Wanten. „Allein für die Wanten, also eine Strickleiter, sind etwa 1000 Knoten nötig“, schildert Günter Retzlaff.


Mit Enkel Modellbahn im Keller gebaut


Auf dieses Hobby ist der gebürtige Pommer, der als Vierjähriger nach Mecklenburg kam, durch einen Besuch in Hamburg gestoßen. Die dort gezeigte Ausstellung spornte ihn an, es auch mal zu probieren, ein solches Schiff zu bauen. Zuvor hatte der Enkel dafür gesorgt, dass Günter Retzlaff eine Modellbahn in seinem Keller aufbaute. „Als er elf Jahre alt war, war er Mitglied im Modellbahnclub Güstrow und wollte auch eine Bahn haben“, erinnert sich der Opa noch gut. Doch die Freude daran habe nur fünf bis sechs Jahre angedauert. Dann seien für die Enkel Computer und technische Neuheiten interessanter gewesen. Und so habe Günter Retzlaff allein an der Anlage weiter gebaut. „Bei der digitalen Steuerung hat mir ein guter Freund geholfen“, sagt Günter Retzlaff. Und manches Mal lässt er die Züge einfach mal wieder zum Krakower Bahnhof oder die Lokomotiven in die Werkstatt fahren. Seine große Vorliebe sind die alten Dinge, wie zum Beispiel Dampflokomotiven.


Detailgetreu nachbauen


Freude hat er auch am Basteln und Tüfteln, um die Schiffe möglichst detailgetreu nachzubauen. Tag für Tag sitzt der Familienvater, bastelt und baut in mühevoller Kleinarbeit an seinen Schiffen. Oder er genießt mit seiner Frau eine Tasse Kaffee im Wohnzimmer. Auch dort wird eine weitere Vorliebe deutlich: alte Automodelle sind dort aufgereiht. Unter anderem ein Modell vom ersten Mercedes. Es ist eines von insgesamt 250 Stück.

Dies ist wohl auch kein Wunder, denn um Autos drehte sich eigentlich das Leben von Günter Retzlaff. Der gelernte Automechaniker arbeitete viele Jahre bei PGH Motor, setzte Motoren und Getriebe instand. Nach einem Sportunfall, er ist Motocross gefahren, war Schluss mit diesem Beruf. „Ich durfte das Knie nicht mehr so belasten und bin zum Taxigeschäft gewechselt“, erzählt er. 20 Jahre war Günter Retzlaff selbstständig als Taxifahrer.

Im Ruhestand wollte er ein Hobby pflegen. Die Modellbahn war schnell fertig. „Und wenn etwas fertig ist, macht es nicht mehr so großen Spaß“, sagt Günter Retzlaff. Darum wird er, solange er Freude daran hat, weiterhin in seinem Hobbykeller basteln und werkeln und Schiffsmodelle entstehen lassen.

 

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