Gutow : Von der Amts- zur Dorfspitze

Rita Burchard an ihrem Schreibtisch im Gemeindebüro mit dem Wappen von Gutow. Jeden Diesntag von 16 bis 18 Uhr empfängt sie hier Bürger zu einer Fragestunde.
Rita Burchard an ihrem Schreibtisch im Gemeindebüro mit dem Wappen von Gutow. Jeden Diesntag von 16 bis 18 Uhr empfängt sie hier Bürger zu einer Fragestunde.

SVZ stellt in den Gemeinden neu gewählte Bürgermeister vor / Heute: Rita Burchard, Gutow

svz.de von
28. Juli 2014, 06:00 Uhr

Von der Amts- zur Dorfspitze. Diesen Weg ging Rita Burchard als der Ruhestand erreicht war. Seit 1. November 2013 ist sie nicht mehr Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Güstrow-Land. Aber seit den Wahlen im Mai ist sie von der Verwaltungsamtsspitze an die Gemeindespitze gerückt. Heute ist sie 35 Tage im Amt, sie zählt mit. Die hatten es allerdings in sich. Nichts da mit ruhiger Einarbeitungszeit. Denn Rita Burchards erste Amtshandlung war das Aussprechen von drei Kündigungen für die Kita-Mitarbeiterinnen. Zur Erinnerung: Die Übernahme der Kita aus der Gemeinde-Obhut unter das Dach des DRK scheiterte. Mit dem Ergebnis, dass der Betrieb der Kita eingestellt wurde. Die Gemeinde konnte die Kita aus Kostengründen nicht mehr bezahlen (wir berichteten). „Sie können mir glauben, dass mir das nicht leicht gefallen ist. Aber aus meiner Sicht hat die Gemeinde den rechtlichen Rahmen eingehalten“, schildert sie ihren Bürgermeisterauftakt. Aber zu Ende ist die Geschichte immer noch nicht, denn die Erzieherinnen klagen gegen die Gemeinde. Die Konsequenz für Rita Burchard ist jetzt, dass sie von Frauen, die sie seit Jahren kennt und schätzt, kaum noch gegrüßt wird – Schicksal eines Amtsträgers.

Trotzdem bereut die 65-Jährige ihren Schritt überhaupt nicht. Burchard: „Ein Jahr lang habe ich mich mit dem Gedanken beschäftigt. Außerdem wusste ich, dass Martin Poppe nicht wieder kandidieren wird.“ Aber Rita Burchard wurde auch von vielen Bürgern angesprochen und in ihrer Entscheidung bestärkt, den Posten zu übernehmen. „Wer, wenn nicht Sie“, hieß es von vielen Seiten.

Rita Burchard hat genaue Vorstellungen, was sie mit der Gemeindevertretung und mit den Einwohnern umsetzen will. „Auf jeden Fall soll die sehr gute Arbeit meiner Amtsvorgänger Heinrich Murr und Martin Poppe fortgesetzt werden“, erklärt sie. Wichtiges Ziel für sie ist es, dass die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde erhalten bleibt. Für die nächsten zwei Jahre prognostiziert sie ausgeglichene Haushalte. Das ist die Grundlage, dass in der Gemeinde noch investiert werden kann. In diesem Jahr ist der Ausbau der Dorfstraße in Bülow das größte Vorhaben (wir berichteten). Gern möchte sie auch, dass 2015 der Brunnenweg in Bülower Burg neu gebaut wird. Das gehe aber nur mit Fördermitteln, schränkt sie ein.

Wichtig ist ihr das Gespräch mit den Bürgern. „Offen über alles reden“, ist ihre Maxime. Die Örtlichkeiten kennt sie bestens. Seit 1968 wohnt sie mit Familie in Gutow. Seit 1974 arbeitete sie im Zweckverband, später im Gemeindeverband Zehna, dem Verwaltungs-Vorläufer des Amtes Güstrow-Land. Leitende Verwaltungbeamtin war sie seit 1995. Als Bürgermeisterin steht sie damit jetzt auf der anderen Seite. Das zeigt dieses Beispiel: Als Amtschefin musste sie dem Zwang, Geld einzusparen und das möglichst mit Personal, folgen. Als Bürgermeisterin und Mitglied des Amtsausschusses fordert sie jetzt ein, dass die Verwaltung etwas tun muss, wenn immer mehr ältere Kollegen ausscheiden, aber keine neuen nachrücken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen