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Güstrower Anzeiger

18. Oktober 2017 | 22:35 Uhr

Studium in China : Von Bernitt nach Hongkong

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Kevin Finck lebt und studiert seit Anfang dieses Jahres in China - Nach seiner Zeit in Hongkong möchte er sein Arbeitsvisum nutzen

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Frisch gebackene Abiturienten vom Land zieht es nach der Schulzeit oft in eine Großstadt – ob zum Arbeiten oder zum Studieren. Kevin Finck aus Bernitt zog es sehr weit weg: nach Hongkong.

Am anderen Ende der Welt studiert der 21-Jährige seit Januar dieses Jahres im Bachelorstudiengang „Creative Media“ an der „City University of Hong Kong“. Nachdem er seine Abiturprüfung 2013 an dem Geschwister-Scholl-Gymnasium absolvierte, fing der Bernitter an der Leuphana Universität Lüneburg und der Hamburger Media School den Studiengang „Digital Media“ an. In Lüneburg erfuhr Finck von der Kooperation mit der Universität in Hongkong. „Ich habe mich sofort beworben – auch wenn ich noch nie länger als zwei Stunden geflogen war und keine Ahnung hatte, was mich in Hongkong erwarten würde“, sagt er.

Trotz der Euphorie gab es einige Schwierigkeiten bei den Vorbereitungen für den Umzug nach China. Einen Platz im Wohnheim zu bekommen, konnte ihm erst nicht garantiert werden. „Hongkongs Mietpreise sind weltweit die teuersten. Hongkong liegt noch vor London, Tokio, New York oder Dubai“, sagt Finck. Zum Teil kamen die Unterlagen für die Studienanmeldung so spät in Deutschland an, dass er beinahe Probleme mit dem Visum gehabt hätte, so Finck weiter.

Neues Zuhause auf 14 Quadramtetern

Bei der Ankunft in Hongkong fielen Finck als erstes die klimatischen Unterschiede auf. „In der Regel haben wir um die 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit ist unglaublich hoch – an manchen Tagen bis zu 98 Prozent“, so Finck. Als er in Hongkong landete, musste sich Finck am Flughafen durchfragen, um zu seiner Unterkunft zu kommen. „Ich weiß bis heute nicht so recht, wie ich es mitten in der Nacht per Bus, zugegebenermaßen etwas planlos, ins Hostel geschafft habe“, sagt Finck. Nach ein paar Tagen Aufenthalt in der Herberge konnte er in das Wohnheim auf dem Campus ziehen, wo er noch immer wohnt. Dort teilt er sich mit seinem Mitbewohner ein 14 Quadratmeter großes Zimmer. Jeder hat einen Schreibtisch, ein Bett und einen Schrank.

Wenig Privatsphäre und viele Kompromisse bestimmen im Wohnheim den Alltag. Doch daran habe er sich schnell gewöhnt, so Finck. Oft werde in Wohnheimen zusammen gekocht und andere Aktivitäten organisiert. „Das ist eine wunderbare Möglichkeit für internationalen Austausch und Freundschaften“, sagt Finck.

Er habe sich schon nach kurzer Zeit wie Zuhause gefühlt und viele Freundschaften geschlossen. Dennoch gab es für den deutschen Studenten auch Tiefpunkte während seiner bisherigen Zeit in Hongkong. Werde in der Universität meistens Englisch gesprochen, so ändere sich dies schlagartig außerhalb des Campus. Dadurch fehle Finck der Anschluss an die Gemeinschaft. „Wenn man länger als ein halbes Jahr bleibt, kann das ziemlich deprimierend sein“, sagt Finck. Mittlerweile lerne er Kantonesisch – die Sprache, die im Süden Chinas einschließlich Hongkong gesprochen wird. Auch wenn er noch wenig verstehe, habe er Projekte gefunden, in denen er mitarbeiten und seine Sprachkenntnisse verbessern könne.

Seine Eltern Kathrin und Jan Finck haben ihren Sohn bereits in Hongkong besucht. Erfreut seine Eltern wieder zu sehen, zeigte Finck ihnen die Stadt und machte sie mit den kulinarischen Genüssen des Landes vertraut. „Die einzige Schwierigkeit gab es beim Essen mit Stäbchen. Lokale Spezialitäten wie Hühnerfüße habe ich ihnen allerdings vorenthalten“, sagt Finck.

Zum Fest zurück nach Deutschland

Über die Weihnachtsfeiertage werde Finck seine Familie in Bernitt besuchen. Bis dahin hält er mit seinen Eltern und Geschwistern über digitale Kanäle Kontakt. Noch bis Januar 2017 studiert er an der Universität in Hongkong, muss aber noch ein halbes Jahr in Lüneburg anhängen, um seine Ausbildung abzuschließen.

Durch das Studium in Hongkong bekommt Kevin Finck ein zweijähriges Arbeitsvisum, was der ehemalige Bernitter auch nutzen möchte. Denn die Entscheidung nach China zu gehen, habe er zu keinen Zeitpunkt bereut.

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