Neue SVZ-Serie : Vom Wohnquartier der Ärmsten zu neuen Ufern

Die Armesünderstraße in Güstrow um 1920…
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Die Armesünderstraße in Güstrow um 1920…

Neue SVZ-Serie „Baulücken in Güstrows Altstadt“ von Ulrich Schirow / Heute: die Armesünderstraße im Wandel der Jahrhunderte

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07. März 2014, 11:12 Uhr

Die Güstrower Altstadt ist auf Grund ihrer gewachsenen baugeschichtlichen Struktur besonders sensibel. Von der Renaissance bis in die Jetztzeit ist Bausubstanz vertreten. Harmonie und Nutzung miteinander zu verbinden erfordert deshalb Kompetenz, verbunden mit Kompromissen und viel Einfühlungsvermögen sowie Abwägen der finanziellen Möglichkeiten. Besonders deutlich wird das derzeit im Bereich Armesünderstraße/Klosterhof.

Im Mittelalter und danach Wohngegend der Armen und Ärmsten mit überwiegend kleinteiliger Bebauung, zeigen sich dort heute viele Brachflächen und ruinöse Bauten, die einerseits ein unschöner Anblick sind, andererseits aber auch architektonische Möglichkeiten eröffnen. Die gesamte östliche Seite in der Armesünderstraße wurde vor einigen Jahren abgerissen und jetzt wieder von der AWG Güstrow bebaut. Anders dagegen die westliche Seite, die sich noch in der Planungsphase befindet. Auf dem Foto um 1920 wird die Bebauung sichtbar. Nur das untere rechte Haus (Nr. 2) ist noch vorhanden und wird derzeit saniert. Das Nachbarhaus (Nr. 1) wurde 1984 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Beide Häuser waren in der Straße die einzigen Wohnhäuser.

Alle weiteren Bauten gehörten entweder zum Klosterhof (neben dem Haus Nr.1 das Klosterhofhaus Nr. 6) oder noch weiter in Richtung Baustraße das Eckhaus Pferdemarkt Nr. 46 (ein wichtiges Renaissancehaus in jüdischem Besitz), das mit dem anschließenden Lagerhaus und der Scheune schon 1938 abgerissen wurde. 1957 baute die DDR dort einen Bauernmarkt, dessen Bauruinen auf dem Farbfoto oben rechts noch vorhanden sind. Nach Informationen der AWG Güstrow hat diese inzwischen das Grundstück mit den Ruinen erworben und den Abriss angekündigt. Eine Bauplanung steht noch aus.

Vor wenigen Jahren hat eine Weimarer Architekturstudentin das Areal Bauhof, Armesünderstraße und Klosterhof zukunftsweisend bearbeitet. Vielleicht ergibt sich daraus eine Chance für dieses altstädtische Gebiet.



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