Wollhalle Güstrow : Vivaldi im Streitgespräch mit „Vier Jahreszeiten“

Rappelvoll war die Städtische Galerie zur Vernissage von „Schüler und der Klang der Bilder“.
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Rappelvoll war die Städtische Galerie zur Vernissage von „Schüler und der Klang der Bilder“.

7. Biennale „Schüler und der Klang der Bilder“ in der Städtischen Galerie Wollhalle in Güstrow eröffnet

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07. März 2016, 21:00 Uhr

„Ein Bild kann klingen“, behaupten die Einen. „Aber Musik hängt doch nicht an der Wand und Bilder können nicht singen“, entgegnen die Anderen. Groß waren die Erwartungen zur Eröffnung der Ausstellung für „Schüler und der Klang der Bilder“ in der Städtischen Galerie Wollhalle, diesen scheinbaren Widerspruch aufzuklären. Beteiligt hatten sich an der Ausstellung und damit an der Diskussion Schüler aus 13 Schulen. Mit insgesamt 168 Werken – Bilder, Grafiken, Plastiken oder Objekten - lieferten die Teilnehmer Belege sowohl für die Gültigkeit dieser These als auch für ihre Fähigkeit, der Fantasie freien künstlerischen Lauf zu lassen. „Geduldige und kreative Erschließung des Themas war die Aufgabe“, erklärte Irene Heinze.

Die Kunsterzieherin organisiert aller zwei Jahre die Ausstellung und gibt den Schülern – und den beteiligten Lehrern – Themen vor. Nach „Schüler und die Kunst der Völker“ 2014 sollte nun die Wechselwirkung zwischen Musik und bildender Kunst erforscht und in Kunstwerken dargestellt werden. „Bei der Suche nach dem Motto hat mich das Buch ‚Vom Klang der Bilder’ von Karin von Maur auf die Spur gebracht. Einerseits eignet sich das Thema für den berühmten Roten Faden, der vorzugeben ist, andererseits lässt er den Lehrern und Schülern genügend Freiraum für künstlerische Erkundung“, sagt Irene Heinze.

In einem bunten Programm zur Vernissage kamen viele der Überlegungen zum Ausdruck. Da verwickelten „Die vier Jahreszeiten“ ihren musikalischen Schöpfer Antonio Vivaldi in ein heiteres Streitgespräch. Schüler der Wossidloschule führten den Tanz der Farben auf. Erläutert wurde die angeborene Begabung mancher Menschen, bei Tönen Farben zu sehen. Und schließlich demonstrierten Sharon Ahrens und Bea Budowski vom Brinckmangymnasium, wie zu Klängen der Schülerband „CrossWalk“ ein Kunstwerk entsteht. „Wir haben bei dem Projekt Musik gehört, beispielsweise von Beethoven, Orff oder Mussorgsky, aber auch gern Goa-Titel, und haben dabei unsere Gefühle und Empfindungen gezeichnet“, erläuterte Nur Abbas vom Kunstkurs der Klassenstufe 11 des John-Brinckman-Gymnasiums.

Bis zum 22. Mai können die Besucher der Städtischen Galerie Wollhalle die Resultate der angeregten Diskussion um die Fähigkeit, Bilder zum Klingen zu bringen, ansehen. Irene Heinze denkt schon über das Thema der nächsten Biennale nach. Verraten will sie ihre Überlegungen noch nicht. „Ich will versuchen, das Thema für 2018 mit Schülern und Lehrern gemeinsam zu entwickeln“, sagt sie.

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