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Abschied vom Fischerweg : Vision von einer Sportstadt

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrows Stadtvertreter diskutieren Umwandlung des Fischerwegs zu Eigenheimgebiet. GSC geht von 1,7 Millionen Euro Kosten aus.

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erstellt am 14.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Weiter in der Schwebe ist das Projekt „Konzentration Fußball in Güstrow“ am Jahnstadion. Um zunächst eine grundsätzliche Meinung der Stadtvertreter zu bekommen, lässt das Rathaus jetzt eine Beschlussvorlage durch die Ausschüsse prüfen. Demnach solle der Bürgermeister beauftragt werden, mit dem Güstrower Sportclub 09 (GSC) die Bedingungen auszuhandeln, unter denen dieser bereit ist, künftig auf die Nutzung des Sportplatzes am Fischerweg zu verzichten. Die vom Verein gepachtete Fläche am Fischerweg soll bei positivem Ausgang der Gespräche für die Bebauung mit Einfamilien- und Doppelhäusern hergerichtet werden.

Erste Eckpunkte stellte Maik Titze, Abteilungsleiter Zentrales Gebäudemanagement bei der Stadt, jetzt dar. Würde die Stadt einen zweiten Kunstrasenplatz im Jahnstadion mit angenommen 310  000 Euro bezuschussen, dann entspräche dies dem Förderbetrag, der schon für die erste Kunstrasenfläche geflossen war. Um dann auf die für den Ausbau der anderen Spielstätten erforderliche Summe von 1,7 Millionen Euro zu kommen, müsste die Stadt bei der Veräußerung der Flächen am Fischerweg 76 Euro pro Quadratmeter erzielen. Das erscheine bei einem Bodenrichtwert von aktuell 70 Euro als durchaus denkbar.

Hans-Jürgen Klatt, Finanzvorstand des GSC und als ehemaliger Sportstättenbeauftragter der Barlachstadt vom Fach, stellte die Vision eines neuen Jahnstadions heraus. „Seitdem die Tribüne abgerissen wurde, kämpfen die Vereine der Stadt darum, das Stadion wieder aufzuwerten. Andere, viel kleinere Gemeinden schaffen es, ihre Sportstätten zu konzentrieren. Warum schaffen wir das nicht?“ Einen Realisierungszeitraum bis 2019 hält Klatt für realistisch und auch notwendig. Bei rund 1,2 Millionen Euro sieht Klatt die erforderlichen Kosten für den Umbau des Jahnstadions. Hinzu kommen müssten etwa eine halbe Million für die Instandsetzung der dritten Spielstätte, am Borwinseck. Dieser Kostenvoranschlag von insgesamt 1,7 Millionen Euro, nach bestem Gewissen erarbeitet, müsste sich freilich „in der Praxis beweisen“.

Der Verein jedenfalls, so Klatt, sei sich einig, diesen Weg gehen zu wollen. Sollte die Stadt nicht mitziehen, werde man den Fischerweg nicht aufgeben, trotz einer dort aus Vereinssicht gescheiterten Schädlingsbekämpfung. Die Fläche werde nämlich grundsätzlich benötigt, „und wenn wir dort auf Sand spielen“. Mathias Puschik (CDU) bekräftigte, dass der GSC nicht in erster Linie den Platz am Fischerweg abgeben wolle, dass es vielmehr um eine „Vision Sportstadt Güstrow“ gehe. Diese Vision des Vereins findet auch Marco Drenckhahn, berufener Bürger im Sportausschuss und Hockeyfunktionär beim ATSV Güstrow, gut.

Die Frage, ob das notwendig und sinnvoll ist, steht für andere Stadtvertreter dennoch im Raum. Walter Lindemann (Freie Wähler) etwa befürchtet, dass speziell für Südstadtkinder der Weg in die Speicherstraße zum Jahnstadion doch arg weit wäre. Auch die SPD-Fraktion, so Hans-Georg Kleinschmidt, erkenne Bedarf im südlichen Teil der Stadt, Freizeitangebote vorzuhalten. Eine Konzentration am Jahnstadion würde zudem in der Speicherstraße weitere, logistische Probleme nach sich ziehen.

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