WM-Nachlese : Vierten Stern nach Güstrow geholt

Helmut Hübner  traf in Rio weitere Güstrower: Mathias Greinke (l.), Michael Langer, Kirsten Pfaff, Martin Gäbel , Martin Haack und Martin Pfitzmann (von links).
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Helmut Hübner traf in Rio weitere Güstrower: Mathias Greinke (l.), Michael Langer, Kirsten Pfaff, Martin Gäbel , Martin Haack und Martin Pfitzmann (von links).

Güstrower „Taxi-Schieri“ Helmut Hübner sah sechs WM-Spiele der deutschen Mannschaft / Finale in Maracana der Höhepunkt

svz.de von
18. Juli 2014, 06:00 Uhr

Und er behielt recht: Als Helmut „Sepp“ Hübner Mitte Juni nach Brasilien aufbricht (SVZ berichtete), tippt er als einer der Wenigen darauf, dass Deutschland bis in Endspiel kommt und Weltmeister wird. Nun ist er mit unvergesslichen Erlebnissen zurück in Güstrow – und hat den vierten Stern im Gepäck.

Im Februar begann Helmut Hübner mit den Vorbereitungen auf seine mittlerweile siebente Fußball-Weltmeisterschaft. Von Frankfurt am Main aus ging am 17. Juni der Flug nach Sao Paulo im Süden Brasiliens. Zusammen mit seinem Berliner Freund Axel Ueckerseifel zog er für die Vorrunde in ein Fanclub-Resort der deutschen Nationalmannschaft in der Nähe von Recife im Nordosten des Landes. „Zu den Spielen waren es hin und zurück 1500 Kilometer und wir waren zwischen 30 und 36 Stunden unterwegs“, berichtet Hübner. „Solche Strecken im Bus können ganz schön schlauchen. Aber ein 4:0 gegen Portugal entschädigt für den Aufwand.“

Nach den Gruppenspielen ziehen die Beiden in den Ferienort Cabo Frio in der Nähe von Rio de Janeiro. „Wir mussten jedes Mal zu einem Ticketcenter in Rio, um uns die bestellten Karten für das nächste Spiel abzuholen. Bei dem chaotischen Verkehr war das jedes Mal ein Abenteuer“, erzählt Hübner.

Bei einem Fanfest vor dem Spiel gegen Frankreich wurde sein Kumpel Axel beklaut. Geld, Papiere, Kamera und Handy – alles weg. „Zwei Tage saßen wir in Polizeistationen und im Generalkonsulat“, erzählt Hübner weiter. „Die Armut des Landes ist auch immer mal wieder zu sehen gewesen. Ansonsten hatten wir keine Probleme. Die Brasilianer waren sehr freundlich.“


Tausende Kilometer im Bus zurück gelegt


Zwischen den Spielen unternahmen die Beiden Tagesausflüge. Sie waren am Zuckerhut, bei der Christus-Statue und badeten an der Copa Cabana. Höhepunkte aber waren das 7:1 gegen Brasilien und natürlich das Finale im legendären Maracana-Stadion in Rio. „Die Brasilianer gratulierten uns zum Endspiel, bei dem sie gegen Argentinien auf unserer Seite waren“, erklärt Hübner.

„Die Strapazen der langen Reisen, das war schon heftig“, gesteht der Güstrower „Taxi-Schieri“. Erleichtert gibt er zu: „Wenn wir den Titel nicht gewonnen hätten, hätte sich das nicht gelohnt.“

Der bekannte Taxifahrer und Fußballschiedsrichter war aber keineswegs der einzige Güstrower bei der WM. So wurde er in Belo Horizonte mit „In einem Taxi nach Paris“-Gesängen begrüßt – von Güstrowern, die ihn sofort erkannten. Freudige Aussicht auf die nächste Europameisterschaft in Frankreich 2016! Auch dort wird „Sepp“ wieder dabei sein. So richtig freut er sich aber auch schon auf die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Dann wird Helmut Hübner 73 Jahre alt sein und seine achte Weltmeisterschaft erleben.

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