Erholung in Deutschland : Vier Wochen ohne Angst

30 Kinder aus dem ukrainischen Mariupol bedanken sich für Ferien in Serrahn / Heimreise am Sonntag

svz.de von
12. Dezember 2014, 06:00 Uhr

Für 30 Kinder aus der Ukraine ist die Zeit in Serrahn vorbei. Am Sonntag starten sie wieder mit dem Bus in Richtung Heimat: Mariupol. Vier Wochen haben sie sich im Freizeitheim des Diakonischen Zentrums erholt und viel erlebt. „Drei Wochen hätten nicht gereicht. Erst in diesen Tagen kommen manche der Kinder aus sich heraus und die Mitarbeiter konnten ihr Vertrauen gewinnen“, erzählt Heinz Nitzsche, der diese Aktion organisierte.

Für vier Wochen haben die durch Krieg verunsicherten und verängstigten Kinder eine unbeschwerte Zeit erlebt. Auch für die Mitarbeiter war es ein Erlebnis. „Die deutschen Menschen sind offen und herzlich und überall, wohin wir waren, wurde uns Aufmerksamkeit geschenkt“, sagt Daria Kadatska (20). Als Krankenschwester hatte sie die Kinder auf ihrer Reise begleitet. Die fünf bis 17-Jährigen hätten diese Erholung nötig gehabt. „Sie machen sich Sorgen wegen des Krieges“, erklärt die Krankenschwester.

Ein großes Dankeschön richtet sie an Martina und Heinz Nitzsche. „Ohne ihre gute Organisation hätten wir diese Zeit hier nicht haben können“, betont Daria Kadatska. Der 20-Jährigen gefallen die Kultur und der Lebensstil in Deutschland. Auch die Gemütlichkeit in der Vorweihnachtszeit hat sie beeindruckt.

Heinz Nitzsche freut sich über die große Hilfsbereitschaft mecklenburgweit. „Ich war überrascht, wie offen die Leute aus der Umgebung reagiert, Kuchen gebacken und geholfen haben“. sagt er. Zahlreiche Mitarbeiter hätten verschiedene Angebote unterbreitet. So hatte sich Olga Bartelt am Mittwoch frei genommen, um mit den Kindern am Nachmittag Sterne zu falten. „Das ist hier einfach eine schöne Sache“, sagte die Teterowerin. Dorothee Schönherr aus Markneukirchen war fast die ganze Zeit dabei. Sie hat die Helfer koordiniert und organisiert.
Die Kinder mit ihren Erziehern freuen sich jetzt auf ihre Familien und werden mit Geschenken im Gepäck am Sonntagnachmittag die Heimreise antreten. Doch das wollen sie nicht tun, ohne Danke zu sagen. „Ein herzliches Dankeschön allen Helfern und Sponsoren, die diese Hilfsaktion möglich gemacht haben“, sagt Heinz Nitzsche. Er wird den Bus bis Kiew begleiten. Und schon am 4. Januar wird er wieder zwei Busse beladen, um Hilfsgüter in das Land zu bringen, in dem derzeit zwar Waffenruhe, man sich aber dennoch im Krieg befinde, so Heinz Nitzsche, der vor Jahren gemeinsam mit seiner Frau eine Suchteinrichtung – ähnlich der in Serrahn – in Mariupol aufbaute und sie bis heute betreut.


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