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Uwe-Johnson-Tage : Vier junge Autoren zum Auftakt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Am Montag beginnen die diesjährigen Uwe-Johnson-Tage in der Güstrower Bibliothek.

Mit einer Lesung von vier jungen Schriftstellern in der Uwe-Johnson-Bibliothek beginnen am kommenden Montag in Güstrow die diesjährigen Uwe-Johnson-Tage. Bis zum 11. Oktober stehen insgesamt neun Veranstaltungen in Güstrow und Neubrandenburg auf dem Plan, organisiert in Kooperation mit der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft. Höhepunkt ist die Verleihung des mit 15 000 Euro dotierten Uwe-Johnson-Preises an den Schriftsteller Jan Koneffke.

Als die Güstrower Bibliothek, damals noch in der Trägerschaft des Landkreises, 1994 den Namen Uwe-Johnson-Bibliothek annahm, war damit auch die Verpflichtung verbunden, das Werk des Schriftstellers Uwe Johnson (1934 bis 1984) an die Leser zu vermitteln. 2008 wurde in diesem Bemühen mit den ersten Uwe-Johnson-Tagen – sie hießen damals „Uwe Johnson: Betrachtungen 2008“ – in Güstrow ein neues Kapitel auf diesem Weg aufgeschlagen. „Wir haben damals diese Tage in eigener Regie organisiert und genreübergreifend Veranstaltungen angeboten“, erinnert sich Sabine Moritz, damals Leiterin der Bibliothek. Tilmann Wesolowski blieb dieser Tradition treu. Auf seine Initiative hin wurde die Barlachstadt 2015 als Partner in die von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft und andern seit Jahren organisierte Reihe der Uwe-Johnson-Tage aufgenommen.

Und Wesolowski macht neugierig auf die kommende Woche. „Gleich am Montag haben wir mit Inger-Maria Mahlke, Matthias Jügler, Lara Hampe und Senthuran Varatharajah vier junge Autoren zu Gast, die unter dem Thema ‚Wie wir leben wollen’ ein aktuelles Thema ansprechen. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingsströme greifen sie Themen wie Heimat, Fremde und Identität auf, die sich durch das gesamte Schaffen Johnsons ziehen“, sagt Wesolowski, der als Moderator diese Veranstaltung begleiten wird.

Zwei Tage später, am 21. September, stellt Carsten Gansel, Vorsitzender der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft, mit „Durchbruch bei Stalingrad“ eine ungewöhnliche Publikation vor. Heinrich Gerlach hatte seine Erlebnisse als Roman in der Kriegsgefangenschaft niedergeschrieben. Das Manuskript wurde jedoch beschlagnahmt. Als Gerlach aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, schrieb er das Buch noch einmal, teilweise unter Hypnose, um sich zu erinnern. 2012 entdeckte Gansel das Ur-Manuskript in russischen Archiven. Er wird über die beiden doch sehr unterschiedlichen Fassungen und über seine mühseligen Recherchen berichten.

Um Recherchen geht es auch am Donnerstag, dem 22. September. Thema des Abends ist unter der Überschrift „… welche Art von Genauigkeit ich meine“ der Journalismus in Uwe Johnsons Romanen. Die Schauspieler Sascha Weißing und Kay Liemann lesen dazu in der Güstrower Bibliothek aus „Das dritte Buch über Achim“. Die Moderation des Gesprächs liegt in den Händen von Dr. Gundula Engelhard von der Mecklenburgischen Litaraturgesellschaft.

Der Uwe-Johnson-Literaturpreis 2016 wird am 23. September in Neubrandenburg an Jan Koneffke für seinen Roman „Ein Sonntagskind“ verliehen. Der 1960 in Darmstadt geborene Autor entwirft darin ein Panorama, das sich vom Zweiten Weltkrieg über das geschichtsträchtige Jahr 1989 bis in die Gegenwart spannt. „Natürlich kann man sich den Roman bei uns in der Bibliothek ausleihen“, versichert Tilmann Wesolowski.

 

Veranstaltungen in der Uwe-Johnson-Bibliothek Güstrow:
• Montag, 19. September, 19 Uhr: „Wie wir leben wollen“ – Lesung mit vier jungen Schriftstellern
• Mittwoch, 21. September, 19 Uhr: „Durchbruch bei Stalingrad“ – eine der ungewöhnlichsten Publikationsgeschichten und ein doppelter Bestseller
• Donnerstag, 22. September, 19 Uhr: „… welche Art von Genauigkeit ich meine“ – Journalismus in Uwe Johnsons Romanen


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