Güstrow : Vielfalt in Ateliers und Werkstätten

Kunst als Gesprächsstoff: Annette Dittmeyer (M.) interessierte sich für Manfried und Gisela Scheithauers Wirken.  Fotos: Eckhard Rosentreter
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Kunst als Gesprächsstoff: Annette Dittmeyer (M.) interessierte sich für Manfried und Gisela Scheithauers Wirken. Fotos: Eckhard Rosentreter

„Kunst offen“ 2018: Künstler im ganzen Land gewährten wieder Einblicke in ihre Arbeit – auch in Rothspalk, Mamerow und Güstrow.

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21. Mai 2018, 21:00 Uhr

Die Vielfalt der Kunst: Das ganze Pfingstwochenende lang zum Anfassen erlebbar. Und die Begegnung mit den Kunstschaffenden, das Gespräch über ihr Woher und was sie antreibt, sich auf ihre spezielle Art mitzuteilen.

Unbedingt ihren alten Kunsterzieher wollte Annette Dittmeyer wiedersehen. Schließlich hatte der der Wilhelminenhoferin einst den Weg in ihre Berufung gewiesen. „Manfried Scheithauer war damals Lehrer an meiner Schule in Prüzen. Er ist Schuld, dass ich selbst Kunsterzieherin geworden bin“, erzählt Annette Dittmeyer, die heute an der Lüssower Schule unterrichtet. Scheithauer hatte sie einst zu Alexander Hässner geschickt, der in seinen Kursen das schlummernde Talent weiterentwickelte. Gerne signierte der 82-jährige Manfried Scheithauer seiner früheren Schülerin einen seiner Druckbögen, die er anlässlich des 1000-jährigen Mecklenburg-Jubiläums geschaffen hatte. Unterdessen gab Ehefrau Gisela in ihrem neuen Güstrower Heim – die Scheithauers sind vor einigen Jahren aus Mühlengeez in die Kreisstadt gezogen – erste Einblicke in eines ihrer neuen Buchprojekte: „Miniaturen“ hat die Autorin ihre kleinen Geschichten aus dem Güstrower Leben überschrieben.

Kunst – das sind für Tom Reimer seine mikroskopischen Aufnahmen von Nervenzellen aus der Großhirnrinde der Maus. Im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Gutes Rothspalk zeigt der Neurobiologe Bilder aus seiner Diplom- und Doktorarbeit. „Den Großteil der Kunst daran hat die Natur gemacht. Ich hab nur fotografiert, was ich vorfand“, erzählt er. Die Nervenzellen der Mäuse ähnelten den menschlichen durchaus, sagt der Rostocker, der sich vielleicht einmal in dem denkmalgeschützten Bau in Langhagen niederlassen will. Vorerst nutzt der 42-Jährige das Haus mit Freunden, will hier eine Denkfabrik etablieren. Bessere Bildung, mehr Familienförderung sind zwei Stichworte dazu.

Weniger feinnervig geht es beim Steinmetz und Bildhauer Ilja Gräser zu. Der Berliner hat auf dem ehemaligen ZBO-Gelände (Zwischengenossenschaftliche Bauorganisation) in Mamerow seinen Betrieb Steinkunst Gäser eingerichtet. Der 42-Jährige, er lebt seit zwei Jahren in Mamerow, beteiligt sich das erste Mal an „Kunst offen“. Skulpturen, Grabmale, Gartenkunst sind sein Metier. Die Verwendung und Bearbeitung von Findlingen aus der Region, zum Beispiel aus dem Kieswerk Langhagen, ist eine Spezialität Gräsers. „Was liegt denn näher, als das vorhandene Material zu nutzen? Natürlich ist das durchaus ein Anspruch, Feldsteine haben schließlich schon ihre eigene Form“, versucht der Steinmetz seine Arbeit zu beschreiben.

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