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Tage der offenen Töpferei : Vielfalt der Töpferkunst gezeigt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Keramiker öffneten ihre Werkstätten und Ateliers.

von
erstellt am 11.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Zum zwölften Mal luden bundesweit Töpfermeister und Keramiker in ihre Ateliers und Werkstätten ein, um die Vielfalt ihres Handwerks und ihrer Kunst am Ort der Schöpfung zu präsentieren.

Die Gutower Sabine und Wolfgang Bohne nutzen regelmäßig diese Tage der offenen Türen. Nachdem sie bei Rainer Finck in Bernitt vorbeigeschaut hatten, war Groß Breesen ihr nächstes Ziel. „Wir sind schon Sammler, haben die Töpperkulose“, witzelt Sabine Bohne mit einem Wortspiel. Beim Ehepaar Mücket erstanden sie zwei Tassen und eine elegante Halskette aus Serpentinsteinen, gestaltet von Susanne Mücket. Von Anfang an sind die Mückets dabei, wenn ihre Kollegen in Mecklenburg-Vorpommern sich zum Öffnen der Türen aufrufen. „Das ist eine tolle Sache für unser Handwerk“, sagt Susanne Mücket. In ihrer Werkstatt riecht es an diesen beiden Tagen mehr nach Kuchen und Kaffee, zu dem sie ihre Gäste einladen. Die Unterhaltung mit ihren Kunden, oftmals schon Stammgäste, ist ihnen dabei menschlich wichtig, nicht zuletzt zur Inspiration.

Auch in Hinzenhagen, bei Ulrike und Sven Beseler, dürfen die Besucher gerne zulangen. Sven Beseler setzt sich zudem immer wieder an die Töpferscheibe und zeigt dem staunenden Laien, wie aus einem Klumpen Ton eine Flasche entsteht. „Wenn man’s kann, sieht es immer leicht aus“, denkt Gabriele Heinrich laut. Vor Jahren hatte die Schwerinerin den Töpferer auf dem jährlichen Markt in der Landeshauptstadt kennen gelernt. Seither nehme sie den Weg nach Hinzenhagen regelmäßig. Ihre Tochter Kathleen ist stets dabei, kann die Elfjährige auf dem weitläufigen Grundstück der Beselers auch noch ausgiebig mit Hündin Paula toben. Pfingsten werden die Schweriner sicherlich wieder in Hinzenhagen sein, dann zum 35. Töpferei-Geburtstag des Geschwisterpaares Ulrike und Sven Beseler.

Schon über 50 Jahre ist Armin Rieger in seinem Fach. Neugierig sehen sich Susanne Kosmehl und Ute Karapetow in seinen Arbeitsräumen in Bergfeld um. Den weiten Weg aus Eggesin machten die Freundinnen, weil sie selbst Hobby-Töpferinnen sind. „Bei dieser Gelegenheit können wir sehen, was andere so machen und uns Anregungen holen für neue Techniken, für Farben und Motive“, sagt Susanne Kosmehl. Ausführlich ließen sie sich von Armin Rieger einen aktuellen großen Auftrag erklären: 1000 tönerne Erinnerungsplaketten für die Teilnehmer des Darß-Marathons ordern die Veranstalter jährlich bei dem Bergfelder Töpfermeister. Allein dafür gehe schon ein ganzer Teil seines Tonverbrauchs von gut zweieinhalb Tonnen pro Jahr drauf. Noch lieber mache er jedoch alles, was sich Kunst am Bau nennen lässt, wie etwa die Steine für den blauen Faden in Güstrow oder das Relief am neu gestalteten Ziegenmarkt, bekennt der Meister. Erwartungsfroh hofft Rieger aber ebenso, dass aus Südkorea demnächst wieder eine Einladung zur Präsentation seiner feinen Teeschalen in dem asiatischen Land ins Haus flattert. Die Vielfalt des Keramik- und Töpferhandwerks scheint grenzenlos zu sein.

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