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Güstrower Anzeiger

24. November 2017 | 05:06 Uhr

Recknitz-Gala : Vieles von damals wiedererkannt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Laager Gymnasiasten gestalteten umjubelte Recknitz-Gala „In einem Land vor unserer Zeit“

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2015 | 06:00 Uhr

Kann man zwei Seiten miteinander vergleichen, von denen man nur eine kennt? Vor dieser Frage standen die Zwölftklässler des Recknitz-Campus Laage, als sie ihr Musical „In einem Land vor unserer Zeit“ für ihre traditionelle Gala zum bevorstehenden Schulabschluss planten. Erzählt werden sollte, wie die Eltern ihre Jugend erlebten – in einem Land, das es inzwischen nicht mehr gibt.

Lea Christ und Marco Wendt, die beiden Autoren des Musicals, fanden eine ebenso einfache wie geniale Lösung: Sie beauftragten ihre Mitschüler, zu Hause Anekdoten aus der Jugendzeit der Eltern zu erfragen. „Zu Beginn lief die Sache etwas schleppend an, aber dann hatten wir so viele Geschichten, dass wir auswählen konnten, welche in unsere Handlung und die beabsichtigten Lieder passten“, erzählt Lea Christ.

Noch vor der ersten Szene stellten die Gymnasiasten klar, dass der Abend keine Geschichtsaufarbeitung leisten und kein Beitrag zur „Unrechtsstaat“-Diskussion sein würde. Die Rahmenhandlung: Die Tochter will zum Udo-Lindenberg-Konzert, ihre Eltern drängen sie, lieber für die Physikklausur zu lernen. Während der Konflikt ausgetragen wird, fragt die Tochter die Eltern nach ihrer Jugendzeit. In Episoden wird von FDJ-Versammlungen, Freizeit, erster Liebe und Wehrpflicht erzählt. Passend dazu die Lieder, gekonnt vorgetragen und vom Publikum umjubelt: „Bau auf, bau auf…“, die „Jugendliebe“, „Du hast den Farbfilm vergessen“ oder „Hinterm Horizont geht’s weiter“. Auch nachdenkliche Töne schlägt das Musical an. Etwa, als sich Mutter und Vater die Chance bietet, über die ungarische Grenze zu fliehen – und sie sich dagegen entscheiden. Auch das eine Episode, die Schüler von ihren Eltern erfuhren.

Zum Gelingen des Abends trugen aber nicht nur die Zwölftklässler bei. Lange vorher war im Kunstunterricht an Kulissen und Requisiten gearbeitet und im Musikunterricht an den Liedern gefeilt worden. Schüler aus der 11. Klasse übernahmen die Beleuchtung und das Catering, andere halfen beim Einlass oder an der Garderobe. Der stürmische Beifall am Ende der einstündigen Aufführungen galt ihnen allen.

„Ich habe mein Kommen nicht bereut. In den wenigen Szenen habe ich viel von der damaligen Zeit wieder erkannt“, schwärmte Grete Burmeister (73), die ihren Enkel auf der Bühne sehen wollte. Hans-Jürgen Mank (68) fand den Optimismus gut, den die Aufführung ausstrahlte. „Die jungen Leute meistern die Herausforderungen, vor denen sie stehen. Damals schon, und heute auch“, sagte er.

Für die Zwölftklässler beginnen die nächsten Herausforderungen schon in dieser Woche mit dem Vor-Abitur, es folgen schriftliche und mündliche Prüfungen. „In gut 170 Tagen haben wir Abi-Ball“, zählt Lea Christ schon runter.

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