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Flüchtlinge : Viele Helfer in der Fachhochschule

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Schüler der Freien Schule Güstrow kümmern sich einmal in der Woche um die Beschäftigung der Kinder in der Flüchtlingsunterkunft.

von
erstellt am 12.Okt.2015 | 06:40 Uhr

Schallendes Kinderlachen durchdringt das Wohnheim in der Güstrower Fachhochschule, in dem im Moment 138 Flüchtlinge – Männer, Frauen und Kinder – untergebracht sind. Grund hierfür ist ein Projekt der Freien Schule Güstrow, bei dem Schüler der 9. und 10. Klasse einmal wöchentlich verschiedene Beschäftigungen für die Kinder in der Unterkunft anbieten.

„Wir haben uns beim Verein Soziale Bildung in Rostock als Unterstützer für soziale Projekte beworben. Im Moment werden natürlich viele Helfer für die Integration von Flüchtlingen gebraucht und den Schülern war es ein Herzenswunsch sich dabei zu engagieren“, erklärt Lehrerin Hanka Gatter. Anfangs wollten die Schüler dafür sogar bis nach Mühlengeez fahren, doch als die Unterkunft in der Fachhochschule eingerichtet wurde, war klar, dass sie sich hier engagieren wollen. „Die Teilnahme ist freiwillig und findet im Rahmen unserer Nachmittagskurse statt“, erklärt Hanka Gatter weiter.


Den Menschen direkt vor Ort helfen


„Ich wollte mich sozial engagieren und den Menschen direkt vor Ort helfen – der Kurs ist dafür eine tolle Möglichkeit“, erklärt der 17-jährige Paul seine Motivation. Das Angebot für die Flüchtlingskinder haben sich die Schüler selbst überlegt. Armbänder flechten, Nägel lackieren und Malen stand beim letzten Treffen auf dem Programm. „Die Schüler haben extra Keilrahmen besorgt, damit die Kinder ihre Bilder später an die Wand hängen können und auch den Nagellack haben die Mädchen selbst mitgebracht“, erzählt Lehrerin Hanka Gatter, die sich auch privat in einem Parchimer Flüchtlingsnetzwerk ehrenamtlich engagiert. „Mit meinen Schülern mache ich so etwas zum ersten Mal – ihr Engagement freut mich sehr“, sagt die Lehrerin für Geschichte, Sozialkunde und Deutsch. Ziel des Kurses sei es Hemmungen und Vorurteile abzubauen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, so die Pädagogin.


Die Flüchtlinge herzlich empfangen


Das fand auch die 17-jährige Schülerin Lolita wichtig: „Ich wollte mal hinter die Kulissen einer solchen Unterkunft gucken und mir selbst ein Bild von den Menschen machen.“ Häufig entwickeln sich vorab Vorurteile, die durch das Kennenlernen der Menschen vor Ort aus der Welt geschaffen werden können, so die Schülerin weiter. Auch der 16-jährigen Vivian, die neben dem Beschäftigungskurs auch in der Kleiderkammer aushilft, gefällt die Arbeit mit den Flüchtlingskindern. „Die Menschen tun mir leid und ich finde es schade, dass sie von einigen so schlecht empfangen werden“, sagt Vivian und fügt hinzu: „Ich möchte den Flüchtlingen zeigen, dass es auch andere Menschen gibt, die sie herzlich aufnehmen und ihnen helfen wollen.“

Solange Flüchtlinge in der Güstrower Fachhochschule untergebracht sind, wollen sich die Schüler der Freien Schule hier einbringen. Jeden Donnerstag bringen sie neue Ideen mit, um die Kinder vom Alltag abzulenken. Der 17-jährige Paul plant sogar ein zweiwöchiges Praktikum in der Notunterkunft in Mühlengeez.

 

 

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