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Güstrower Anzeiger

26. September 2017 | 05:46 Uhr

Vereinsserie : Viele Hechte – kaum Kormorane

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Angelverein Recknitztal-Laage hat sein Domizil am Dolgener See.

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Ein Sommerabend am Dolgener See. Die tief stehende Sonne spielgelt sich im Wasser. „Ich fahre noch einmal hinaus“, sagt Joachim Ode zu Henry Sachse. Ode ist Vorsitzender des Angelvereins Recknitztal-Laage, Sachse der Gewässerwart. Zur Gründung 1949 siedelte sich der heute fast 200 Mitglieder zählende Verein am Dolgener See an. Für das weitläufige Gelände sorgte damals Willi Wormuth, erster Präsident des Deutschen Anglerverbandes der DDR. Sein Sohn Uwe ist einer von zwei heute noch lebenden Gründungsmitgliedern.

Nach der Wende wurden die Bootshäuser der Anlage privatisiert. Das verbliebene Vereinshaus ist meist an angelbegeisterte Urlauber vermietet. „Vom Haus auf den Steg und direkt zur Angel – besser geht es nicht“, sagt Joachim Ode. Im 87,5 Hektar großen See findet der Petrijünger außer Zander und Wels alle einheimischen Fische. „Sehr gut ist unser Bestand an Hechten“, weiß Henry Sachse. Zu seinen Aufgaben gehört es, sich in jedem Jahr um den Fischbesatz zu kümmern. Die jungen Aale kommen im Mai in den See, die anderen Fische wie Hecht und Karpfen im Herbst. Glück haben die Dolgener mit dem Kormoran. Einen einzigen hat Joachim Ode über den Sommer gezählt, im Winter sind es schon mal bis zu 30. Der Vorsitzende und der Gewässerwart vermuten, dass ein seit Jahren am See ansässiger Adler für die Abstinenz der Kormorane sorgen könnte. Keine Erklärung haben sie dagegen für den dramatischen Rückgang des Wassergeflügels. „Blässhühner oder Haubentaucher sind so gut wie gar nicht mehr zu sehen“, erzählt Ode. Seine Vermutung ist, dass die starke Zunahme der Population von Marderhunden, Fischottern und Nerzen dafür verantwortlich ist.


Joachim Ode seit 50 Jahren im Verein


Joachim Ode ist ein Urgestein im Verein. 1967 stellte er den Aufnahmeantrag, aber mit dem Angeln begonnen hat er schon früher. „Meistens schwarz, aber das ist verjährt“, schmunzelt der 75-Jährige. Gleich nach dem Vereinseintritt übernahm er den Posten des Kassierers. Mitarbeit in der Revisionskommission und 2. Vorsitzender waren seine weiteren Stationen. Seit 2004 steht er an der Spitze des Angelvereins Recknitztal-Laage. Nicht geändert habe sich in all den Jahren seine Leidenschaft für die Angelei und den Fisch. Sein liebster Fang liegt schon 41 Jahre zurück. „Das war damals ein drei Kilo schwerer und 1,13 Meter langer Aal“, weiß er noch ganz genau. Und dass er wunderbar geschmeckt hatte.

Für die Vereinsleitung hat sich Ode 2016 für weitere drei Jahre „breit schlagen“ lassen. Keiner wolle die Verantwortung und die Arbeit des Vereinsvorsitzenden übernehmen, klagt er. Auch der bürokratische Aufwand, der im Verein betrieben werden muss, habe nicht abgenommen. In diesem Zusammenhang lobt er besonders die Arbeit der Kassiererin Solvig Stenzel.

Übers Jahr lädt der Verein zu drei Veranstaltungen ein: An- und Abangeln sowie ein Pokalangeln Ende August. Dazu kommt eine Veteranen-Weihnachtsfeier für langjährige Mitglieder. Jeder Angler verpflichtet sich zu fünf in der Satzung festgelegten Arbeitsstunden. „Da gibt es mit der Pflege unserer Anlage und der Gewässerreinigung reichlich zu tun“, sagt der Vorsitzende.



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