Zwei Tote nach Unfall in Krakow am See : Viele Fragen noch nicht geklärt

 
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Auto mit vier Jugendlichen fuhr scheinbar ungebremst über die Kreuzung. Die Ampel war zum Zeitpunkt des Unglücks außer Betrieb.

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17. August 2015, 21:00 Uhr

Ungeklärt sind noch die weiteren Umstände für die Todesfahrt junger Männer am Freitagabend in Krakow am See. Trauer herrscht im Luftkurort, an der Kreuzung erinnern Blumen und Kerzen an das Unglück, das sich hier ereignet hat.

Sowohl die Ergebnisse der technischen Begutachtung der Unfallfahrzeuge durch die Dekra als auch rechtsmedizinische Berichte stehen noch aus. Klar zu sein scheint nur die Ursache für den fürchterlichen Zusammenstoß an der innerstädtischen Ampelkreuzung: Der aus Richtung Linstow fahrende Pkw-Fahrer hat dem in Richtung Plau fahrenden Lkw-Fahrer offensichtlich die Vorfahrt genommen. Der Laster mit Demminer Kennzeichen krachte mit seiner Front dem VW Golf mit Güstrower Kennzeichen genau in die Seite. Der Beifahrer und der rechts auf der Rücksitzbank sitzende Mitfahrer wurden so schwer verletzt, dass sie noch am Unfallort bzw. im Krankenhaus starben. Der Fahrer und der vierte Insasse wurden schwer verletzt.



Die Getöteten stammen aus Prebberede und aus Osterwieck (Landkreis Harz), verletzt wurden ein Lüssower und ein Gottiner. Was die vier 18- bis 21-Jährigen am Freitagabend in Krakow am See machten und was sie veranlasste, offenbar ungebremst über die Kreuzung zu fahren, war gestern nicht zu erfahren. Ob eventuell Alkohol oder Drogen im Spiel gewesen sein mögen, auch darüber hat die Polizei noch keine gesicherten Erkenntnisse. Für einen Zusammenhang mit einem Besuch des Fischerfestes gibt es keine konkreten Hinweise. Fest steht, dass die Lichtsignalanlage zum Zeitpunkt des Unglücks – der Notruf ging bei der Polizei um 20.10 Uhr ein – außer Betrieb war.

Landkreis reagiert nach Kritik

Der Durchgangsverkehr speziell von Lastkraftwagen auf der B103 durch Krakow am See ist seit längerem ein Kritikpunkt. Verschärft wird die Situation durch die Teilsperrung der Petersdorfer Autobahnbrücke für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Viele Trucker passieren auf der Suche nach dem kürzesten Weg den Luftkurort zusätzlich. Erst zehn Tage vor dem Unglück hatte sich der Verein „Krakower Seenland Tourismus“ zu Wort gemeldet und die Situation beklagt. Lärmbelästigung und Geschwindigkeiten der Fahrzeuge – an der Unfallstelle gilt in alle Richtungen maximal 50 km/h – müssten vermindert werden, so der Tenor. „Es ist schon ein Wunder, dass es bisher zu keinen schwerwiegenden Unfällen gekommen ist!“, hatte der Vereinsvorstand, wie sich herausstellt, unfreiwillig das Horrorszenario vorgezeichnet. Vergangenen Freitag ist es traurige Realität geworden.

Der Landkreis kündigt gestern Verkehrszählungen an der B103 im Bereich Krakow am See an. Dies sei eine Reaktion auf den Briefwechsel mit dem Touristikverein, erklärt Kreissprecher Kay-Uwe Neumann. Mit dem tragischen Unfall stehe das nicht im Zusammenhang.

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