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Güstrower Anzeiger

18. Oktober 2017 | 18:28 Uhr

Güstrow : Viel Verständnis für Badeverbot

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Besucher des Strandes am Güstrower Inselsee mussten sich mit einen Sonnenbad begnügen.

von
erstellt am 09.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Die Sonne lacht. Die Quecksilbersäule ist über die 20-Grad-Marke geklettert, aber auf dem Parkplatz am Inselseestrand sind am Mittwochvormittag lediglich die Schattenplätze besetzt. Es ist Badeverbot an den Stränden des Inselsees in Güstrow, Mühl Rosin und Bölkow. „Ich bin seit 1956 dabei, aber das hatten wir hier noch nicht“, sagt Christian Möller, der zwar längst im Ruhestand ist, gestern aber dennoch bei seinen Kollegen von der DRK-Wasserwacht am Inselseestrand vorbei schaute. Eine Überschreitung der Grenzwerte bei Fäkalbakterien im südöstlichen Uferabschnitt hatten die Kontrollen der Wasserqualität durch das Kreisgesundheitsamt ergeben (SVZ berichtete) und führten zum Verbot.

„Wir sorgen dafür, dass die Menschen bei Gesundheit bleiben“, sagt Cornelia Schewe von der DRK-Wasserwacht. „Wie sonst auch“, fügt sie hinzu. Allerdings sah ihr Job gestern etwas anders aus. Cornelia Schewe und ihre beiden Praktikanten Niclas und Marius Schulz sprachen jeden, der den Inselseestrand betrat, an und machten auf das Badeverbot aufmerksam. „Heute treffen wir auf allgemeines Verständnis“, berichtet Cornelia Schewe und marschiert im nächsten Augenblick schnellen Fußes auf eine Gruppe von Kindern zu.

„Eigentlich wollten wir heute baden“, sagt Karina Tews, Erzieherin im Hort am Inselsee. „Das Wetter passt endlich mal“, fügt sie hinzu. Aber man habe bereits vom Badeverbot gewusst, sei aber trotzdem gekommen, um mit den Kindern einen schönen Tag am Strand zu verbringen. Es gebe genügend Möglichkeiten zu spielen Auch Bälle habe man mitgebracht, erzählt Karina Tews.

Ein paar Schritte weiter sitzt Erika Brandt aus Kritzmow mit den Enkelkindern auf der Wiese. Selbstverständlich hätte man baden wollen, nun erwäge einen Besuch im Wildpark. „Schade“, sagt die Senioren und berichtet noch, dass ihr Sohn am Sonnabend beim Triathlon starten wolle und sich gerade die Strecke ansehe. Sie hofft, dass es auch zu dem Wettkampf kommen kann.

Die Kinder vom Hort am Inselsee nutzen den Strandtag ohne Bad zum Eisessen und Spielen.
Die Kinder vom Hort am Inselsee nutzen den Strandtag ohne Bad zum Eisessen und Spielen. Foto: Regina Mai
 

Fun-Tri-(Du)athlon findet in jedem Fall statt

Positiv möchte auch Ralf Buchner vom veranstaltenden TriFun Güstrow denken. „Der Wettkampf findet auf jeden Fall statt“, sagt er. Wenn nicht anders, wird der 25. Eurawasser-Fun-Triathlon eben ein Duathlon mit Radrennen und Lauf werden. Noch aber habe er Hoffnung, dass die über 300 Teilnehmer auch die Schwimmstrecke absolvieren können. Einen Plan B habe man schon immer gehabt, berichtet Buchner. Allerdings hatte man dabei nicht das Wasser als Problem im Blick, sondern eher ein kräftiges Gewitter oder andere Unbilden. Wenn es das Ergebnis der neuerlichen Proben gibt, wird er es vom Gesundheitsamt des Landkreises als einer der ersten erfahren, berichtet Buchner.

Derweil geht unter den Gästen am Inselseestrand das Rätselraten um die Ursache der mikrobiologischen Probleme munter weiter. Christian Möller möchte die Wasservögel fast ausschließen. Sie seien im Moment gar nicht in Strandnähe, würden erst Ende August/Anfang September wieder kommen. Er vermute eher Einträge, die bei dem vielen Regen von landwirtschaftlichen Flächen in den See gelangt sein könnten.

Heute wird es Klarheit geben – so oder so. Montag und Dienstag, so teilte Landkreissprecher Michael Fengler gestern mit, wurden erneut Proben genommen. Heute erwarte man die Ergebnisse. Für die Gutower Badestelle rechne man erst am Freitag damit. Die Fäkalbakterien (Enterokokken und Escherichia coli) seien Indikatorkeime und würden auf eine Verunreinigung mit Abwasser, Gülle , Vogelkot oder Kot von Warmblütern hinweisen. Sie können Magen-Darm-Symptome/Durchfall, Erbrechen und Harnwegsinfekte sowie Wundinfektionen auslösen, erläutert Fengler.

Im August waren im Landkreis schon zwei Badeverbote ausgesprochen worden: Göldenitzer Teich und Straßensee in Karstorf (Hohen Demzin). In beiden Fällen sind Blaualgen das Problem.

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