Strassenlärm : Viel Lärm um nichts?

Dicht an dicht rollen oft Laster – auswärtige wie einheimische – durch den Luftkurort, seit die Petersdorfer Brücke für sie in Richtung Rostock gesperrt ist.
Dicht an dicht rollen oft Laster – auswärtige wie einheimische – durch den Luftkurort, seit die Petersdorfer Brücke für sie in Richtung Rostock gesperrt ist.

Tourismusverein beklagt verstärkten Verkehrsstrom durch Krakow am See. Landkreis sieht keinen Handlungsbedarf

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04. August 2015, 06:00 Uhr

Lärm nervt, Straßenlärm insbesondere, und erst recht, wenn jetzt mit rollenden Lastern auch wieder die Hitze über den Asphalt wabert. Schon länger ist dem Verein „Krakower Seenland Tourismus“ der Durchgangsverkehr in Krakow am See ein Dorn im Ohr. Qualitätskriterien für einen Luftkurort sehen sie in einigen Bereichen als „sehr kritisch“ an, klagt der Vereinsvorsitzende, Christoph Hübener.

Speziell auf den Abschnitten der B103 ab Ortsausgangsschild nach Güstrow und der Landesstraße 11 von Blechern Krug bis zum Campingplatz sei die erlaubte Geschwindigkeit aus Sicht der Tourismusfreunde zu hoch. „Es ist schon ein Wunder, dass es bisher zu keinen schwerwiegenden Unfällen gekommen ist!“, meint der Vereinsvorstand. Denn in diesen Bereichen, als Wohn- und Erholungsgebiet ausgewiesen, werde nach ihren Erfahrungen die zugelassene Maximalgeschwindigkeit von 70 km/h besonders abends und nachts massiv überschritten. Eigene Messungen des Lärmpegels hätten Werte ergeben, die mit 70 dB(A) unzulässige Spitzenwerte aufwiesen. Offiziell ausgewiesene schalltechnische Berechnungen aus dem Jahr 2012 werden angezweifelt, auch weil diese ohnehin nicht mehr aktuell sein dürften.

Jetzt kämen auch noch die Auswirkungen der Teilsperrung der Petersdorfer Autobahnbrücke hinzu. Lkw-Fahrer, die nach wirtschaftlichen Kriterien führen, nutzten oftmals eben nicht die ausgewiesene Umleitungsstrecke, sondern wählten den kürzesten Weg – und der führe oft genug durch Krakow am See. Kolonnen von sechs, sieben Lastern aus verschiedenen Ländern habe er schon beobachtet, schildert Christoph Hübener in einem Schreiben an das Landratsamt. Dies verstärke noch die Dauerbelastungen, die seit dem Betrieb der Biogasanlage bei Güstrow durch Laster und Großtraktoren ohnehin eingetreten wären.

Der Vereinsvorsitzende hat sich deshalb gemeinsam mit Vorstand Frank Dahms, selbst Anwohner an diesem Straßenabschnitt, an den Landkreis gewandt mit der Bitte um einen Lokaltermin. Der Landkreis sei dazu bereit (nach der Urlaubszeit), antwortet zugleich aber auch: „kein Handlungsbedarf“. Lediglich an vier Gebäudefassaden wären Richtwertüberschreitungen von 1 dB(A) ermittelt worden, was aber laut Landkreis für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar sei. Die gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit des Verkehrsstromes in den genannten Bereichen betrage zwischen 66 und 67 km/h. Argumente, dass sich zwischenzeitlich Änderungen der Situation nach den Messungen 2011/12 ergeben hätten, wurden „Ihrerseits nicht hervorgebracht“, antwortet der Landkreis.

Gerade dies „macht mich ein bisschen fuchtig“, sagt Christoph Hübener der SVZ. „Man kann ja anderer Auffassung sein als wir es sind. Aber ich darf doch erwarten, dass man liest, was wir geschrieben haben.“ Hübener und Dahms wollen deshalb nicht lockerlassen. Woanders sei auf die Situation der Petersdorfer Brücke ja auch reagiert worden, meint Hübener. So sei ab Karow die ganze B192 auf 70 km/h reduziert worden, für Lkw in Ortschaften teilweise sogar auf 30 km/h.  

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