Weltgebetstag : Viel Gewalt gegen Frauen auf wunderschönen Inseln

monika schaugstat

Weltgebetstag der Frauen am Freitag /Frauen von den Bahamas liefern die Liturgie

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02. März 2015, 23:30 Uhr

Bei den Bahamas denkt man als erstes an Urlaub – Strand und Meer, Korallenriffe und Sonne satt. Erst ein zweiter Blick offenbart die Probleme des aus 700 Inseln bestehenden Staates zwischen den USA, Kuba und Haiti – Umschlagplatz für Drogen, Arbeitslosigkeit, weltweit höchste Vergewaltigungsrate, häusliche Gewalt. Der Weltgebetstag, der am Freitag, 6. März, rund um den Erdball in etwa 170 Staaten gefeiert wird, rückt die Bahamas in den Mittelpunkt. Frauen von dort schrieben die Liturgie für den Gottesdienst. Etwa 90 Prozent der Menschen auf den Bahamas gehören einer Kirche (anglikanisch, baptistisch, römisch-katholisch) an.

„Weltgebetstag immer am ersten Freitag im März, immer dasselbe, könnte man meinen, und doch ist es wieder ganz anders“, sagt Monika Schaugstat, die im 19. Jahr dabei ist. „Musikalisch hatten wir selten etwas Schöneres“, fügt die Leiterin des Weltgebetstagsteams in Mecklenburg hinzu. Es sei eine andere Art von Frömmigkeit. In den Gottesdiensten auf den Bahamas werde viel gesungen und getanzt. Für viele sei es der Höhepunkt der Woche, die Zeit, in der die Menschen die Alltagssorgen vergessen können, schätzt die Katholikin aus Güstrow ein.

Seit dem vergangenen Sommer beschäftigt sich Monika Schaugstat mit den Bahamas. Eigentlich stehe der Inselstaat ganz gut da. Über 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werde über den Tourismus und die Finanzindustrie erwirtschaftet. Das Leben spiele sich auf zwei Hauptinseln ab. Auf den anderen Inseln gehe es eher schlicht ums Überleben. „Erschreckend sind die Zahlen zu häuslicher und sexueller Gewalt“, berichtet Monika Schaugstat. In der Lesung aus dem Johannesevangelium, in der Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, wird für die Frauen der Bahamas die Liebe Gottes erfahrbar. „Das ist schon ein Erlebnis, es ist anrührend, sehr emotional“, sagt die Güstrowerin und hofft, dass viele am Freitag auch wirklich anderen die Füße waschen. Es stehe als Beispiel für Gemeinschaft und Nähe.

Die Kollekte geht zugunsten von Frauen- und Mädchenprojekten auf den Bahamas und in aller Welt. Insbesondere soll die Arbeit des Frauenrechtszentrums „Bahamas Crisis Center“ unterstützt und eine Medienkampagne zur Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Mädchen mit finanziert werden.

Nach dem Gottesdienst wird wie immer gegessen. Die Frauen von den Bahamas lieferten die Rezepte. Neugierig macht Monika Schaugstat u.a. auf Möhren mit Kokos, einen besonderen Kartoffelsalat, auf Fisch und Reis mit roten Bohnen. „Ohne Kokos geht fast nichts“, sagt sie. Für den Nachtisch wurde ein Rezept für einen Rumkuchen geliefert. Damit sei man fast schon auf Kuba. Christinnen dieses Landes werden den Weltgebetstag 2016 vorbereiten.

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