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Gutshaus Roggow : Verstärkung fürs Team gesucht

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Kinder und Jugendliche im einstigen Gutshaus der Pogges: Der Sozialhof Roggow beherbergt ein Heim und eine Kindertagesstätte.

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erstellt am 03.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Eine Tafel am ehemaligen Gutshaus in Roggow informiert, dass hier die mit dem Tellower Johann Heinrich von Thünen befreundeten Agrarreformer Carl und Johann Pogge gelebt haben. Seit 1991 betreibt der Kreisverband Mitte der Volkssolidarität auf dem Anwesen einen Sozialhof der freien Jugendhilfe. „In unserer Einrichtung werden Kinder und Jugendliche im Alter zwischen drei und 18 Jahren betreut. Vom Jugendamt eingewiesen werden sie, wenn in ihrem Elternhaus Defizite oder soziale Verhaltensauffälligkeiten festgestellt werden“, sagt Monika Zöllner, Referentin Jugendhilfe bei der Volkssolidarität.

Zurzeit leben auf dem Sozialhof Roggow zwölf Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren. Darunter sind vier unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien. „Unser Ziel ist es, die jungen Menschen zum selbstständigen und eigenverantwortlichen Handeln zu befähigen“, erklärt Sozialhof-Leiterin Ilona Hille. So werde bei den deutschen Kindern und Jugendlichen daran gearbeitet, eine Verbesserung der Beziehung zur Herkunftsfamilie zu erreichen. Die Voraussetzungen dafür sind in Roggow gut. Das kleine Dorf liegt in einer landschaftlich schönen Gegend, Grund-, Real- und Hauptschule befinden sich in der Nähe, Gymnasien und Sonderschulen werden in Güstrow und Teterow besucht. Im Haus gibt es viele Möglichkeiten der Beschäftigung. „Auf unserem großen Grundstück leben Schafe, Pferde, Hühner, Kaninchen, Vögel, Hunde und Katzen. Gemeinsam mit unserem Hausmeister und den Erziehern sind die Kinder und Jugendlichen für die Pflege und Versorgung der Tiere verantwortlich“, sagt Ilona Hille.

Dazu gibt es ein reichhaltiges Freizeitangebot, das von Ferienfahrten über Schwimmhallenbesuche bis zu Fahrten zu Heimspielen von Hansa Rostock reicht. Betreut werden die Heimbewohner von sieben Erziehern, dazu gehören eine Hauswirtschafterin und ein Hausmeister zum Team. Was der Sozialhof schon seit längerem sucht, ist ein weiterer staatlich anerkannter Erzieher oder Heilerzieher. „Um den vorgeschriebenen Betreuungsschlüssel zu erfüllen, brauchen wir dringend Verstärkung“, sagt Monika Zöllner. Man sei Praktikumsbetrieb und stehe mit der Abteilung Sozialpädagogik der Beruflichen Schule Güstrow in enger Verbindung. Aber Fachleute seien rar und begehrt, weiß die Referentin. Zudem bringe eine 24-Stunden-Betreuung über sieben Tage in der Woche in einem Heim Belastungen mit sich. So seien Wochenend-Dienste notwendig, auch eine Fahrerlaubnis ist Voraussetzung für den Job. „Dafür bieten wir ein familiäres Arbeitsklima in einem guten Team und die Möglichkeit, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen“, bestätigt Ilona Hille.

Im Haus unterhält die Volkssolidarität zudem eine Kindertagesstätte, die zurzeit von 21 Kindern besucht wird. Auch dort fehlt eine Erzieherin. „Es haben sich viele junge Familien in der Region angesiedelt, so dass Kita-Plätze begehrt sind“, bestätigt Ilona Hille. In ihrem Haus wird Wert auf eine die Liebe zu Heimat und Natur befördernde Erziehung gelegt. Was sicher ganz im Sinne der Pogges gewesen wäre.
In diesem Jahr findet vom 27. bis 29. Mai das 12. Poggesymposium in der Region statt. Das ehemalige Gutshaus Roggow ist dabei erstmals Gastgeber der traditionellen Tagung. Neben anderen Einrichtungen aus der Region wird auch der Sozialhof den zahlreichen Gästen seine Arbeit vorstellen.




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