Afrikanische Schweinepest : Verstärkte Jagd auf Wildschweine

Aus Angst vor der afrikanischen Schweinepest werden Wildschweine jetzt noch stärker bejagt.
Aus Angst vor der afrikanischen Schweinepest werden Wildschweine jetzt noch stärker bejagt.

Afrikanische Schweinepest bedroht Bestände im Nordosten / Treib- und Drückjagden in der Region bis Ende Januar 2015

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16. Dezember 2014, 06:30 Uhr

Die Jagdsaison ist in vollem Gange. Ganz oben auf der Abschussliste der Jäger: Wildschweine. Bis zum 31. Januar 2015 werden Drückjagden stattfinden, um die Schwarzwildbestände weiter auszudünnen. Grund: die afrikanische Schweinepest, die auch die Bestände im Nordosten bedroht. „Die afrikanische Schweinepest ist an der Westgrenze Polens angekommen. Es handelt sich um ein aggressives Virus. Die Tiere verenden in kürzester Zeit. Deshalb müssen wir unbedingt das Schwarzwild reduzieren“, sagt Ralf Neuß, Leiter des Forstamtes Güstrow.

Bis Ende Januar will das Forstamt noch große Treib- und Drückjagden organisieren. Schon morgen wird es eine Treibjagd in den Revieren Kirch Rosin I und Kirch Rosin II geben, kündigt Neuß an. Knapp 60 Jäger werden hier zusammenkommen. Im Fokus stehen wieder Wildschweine. In den osteuropäischen Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland wurden seit Jahresanfang über 100 Fälle von afrikanischer Schweinepest bei Haus- und Wildschweinen festgestellt. Eine Einschleppung in weitere Länder könne nicht ausgeschlossen werden, bewertet das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

Bisher sei das Jagdjahr für das Forstamt Güstrow unterdurchschnittlich gelaufen, so der Güstrower Forstamtsleiter. „Wir hatten schon bessere Jagdjahre“, sagt er. „Wir haben beispielsweise nicht so viel Rehwild geschossen, wie wir gerne hätten.“ Auch würden durchschnittlich 30 Stück Rotwild geschossen. Bis jetzt seien es aber nur zehn. „Auch bei den geplanten 300 Stück Schwarzwild liegen wir noch unter unserem Plan.“

Anders bei den Hegeringen. Hier sei die Planerfüllung, z.B. bei der Hegegemeinschaft Güstrow, schon gut vorangeschritten, so Neuß. Auch Nils Kempcke, Vorsitzender des Hegerings Weitendorf, setzt auf einen verstärkten Abschuss von Schwarzwild. „Nicht nur wegen der afrikanischen Schweinepest, sondern auch, um Wildschäden zu vermeiden“, unterstreicht er. Das hat für Kempcke oberste Priorität. Er hofft, bei den Wildschwein-Abschusszahlen an die 6000er-Marke im Altkreis Güstrow heranzukommen. „Dann haben wir ein gutes Jagdjahr gehabt.“

Kempcke setzt auf eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten im Bereich seines Hegerings, der rund 6500 Hektar umfasst. „Wenn der Bauer keine nennenswerten Wildschäden hat, haben wir gute Arbeit geleistet“, sagt er. „Der Bauer muss davon leben, wir Jäger nicht.“

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