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Güstrower Anzeiger

17. November 2017 | 18:55 Uhr

Malmstömmuseum : Verschollenes Buch wieder da

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Henk Timmermann aus Wierden in den Niederlanden fand Fahrtenbuch der Familie Malmström aus den Jahren 1934-44

Bei Familie Malmström in Güstrow ist die Freude groß. Ein verloren geglaubtes Fahrtenbuch der bekannten Güstrower Zirkus- und Artistenfamilie ist nach über 70 Jahren wieder aufgetaucht. Henk Timmermann aus Wierden (Niederlande) hatte es im Nachlass seiner Familie gefunden. „Mir gehört es nicht und ich wollte es zurückbringen“, sagte der 70-Jährige. Also hatte er im Internet in Güstrow nach dem Namen Malmström geforscht. Bei seiner ersten Suche habe es keine Seite des Museums gegeben, doch später habe er es noch einmal versucht und es gefunden. Nach einem Telefonat hatte er sich direkt auf den Weg in die Barlachstadt gemacht.

Wie das Fahrtenbuch in den Besitz seiner Frau bzw. Schwiegereltern gekommen ist, weiß der Niederländer nicht. „Mein Schwiegervater war Österreicher und war auch in der deutschen Armee. Ich denke, dass es dort eine Verbindung gegeben haben könnte“, mutmaßt er. Der Schwiegervater habe allerdings nie darüber gesprochen, von daher bleibe dies eine Vermutung.

Wolfgang und Torsten Malmström freuen sich sehr. „Wir hatten die ersten beiden Fahrtenbücher bereits als verloren abgeschrieben. Es gleicht einem Wunder, dass wir nun den zweiten Band wieder in den Händen halten“, sagt Torsten Malmström. Immerhin beinhaltet es die Geschichte und die Auftritte der Zirkusfamilie in den Jahren 1934 bis 1944. Letzte Eintragung war ein Gastspiel in Luxemburg am 23. August 1944.

Zur Ablenkung vom Kriegsalltag seien die Malmströms auch eingezogen worden und mussten mit anderen Sängern und Komödianten vor deutschen Soldaten auftreten. Ihr Fahrtenbuch hätten sie auch dort immer mit dabei gehabt, weiß Wolfgang Malmström. „Die Malmström-Brüder waren dann in dänischer Gefangenschaft und sind nach dem Krieg geflohen. Über Schleswig-Holstein kamen sie wieder zurück“, erzählt Torsten Malmström.

Bisher gab es nur das Fahrtenbuch Nr. 3 im Malmströmmuseum. Es enthält auch einige noch vorhandene Artikel und Aufzeichnungen der früheren Jahre der Malmströms, weil die ersten beiden Bücher im Krieg verloren gegangen waren. Seit dieser Woche fehlt nur noch das erste Fahrtenbuch. „Das wird wohl für immer verschollen bleiben“, denkt Wolfgang Malmström. Aber vielleicht passiert ja noch ein Wunder.

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