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Pfarrkirche Güstrow : Verschiedene Geschichten, aber ähnliche Erlebnisse

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Wanderausstellung „Flüchtlingsgespräche“ in Güstrower Pfarrkirche eröffnet.

Geschichten von der Flucht und Vertreibung 1945 und von 2015/16 sind in einer neuen Ausstellung in der Taufkapelle der Güstrower Pfarrkirche nebeneinander gestellt. Wenn auch die Gründe und Ursachen der Flucht jeweils völlig verschieden waren, könne man das Erlebte der Menschen durchaus vergleichen, stellen Solveig Witt und Christian Lehsten fest. Die beiden haben dieses Projekt für den Verein Rothener Hof umgesetzt. Als Wanderausstellung wurde die Schau „Flüchtlingsgespräche“ am Sonnabend eröffnet und wird den gesamten Juli in Güstrow gezeigt.

Solveig Witt und Christian Lehsten haben Männer und Frauen aus Orten rund um Sternberg interviewt. In kurzen Zügen wird deren Geschichte erzählt. Flucht und Vertreibung spielen dort immer eine Rolle. So auch bei den Flüchtlingen 2015/16, die in einer Asylbewerberunterkunft in Dabel untergebracht waren, die von den beiden Akteuren ebenso nach ihrer Geschichte befragt wurden. Jeweils neben den Geschichten hängen Fotos und der Betrachter kann der Person direkt ins Gesicht schauen.

Es sei eine ganz einfache Idee, die hinter dieser Ausstellung stecke. „Mehr als die Hälfte aller Mecklenburger sind Flüchtlinge oder Flüchtlingsnachkommen, aber viele von ihnen haben diesen Ursprung vergessen und meinen, dass die Flüchtlinge, die heute kommen, hier nicht hergehören“, erklärt Christian Lehsten. So gebe es eine Notwendigkeit, darauf hinzuweisen, dass die meisten Zugereiste seien und was damit verbunden sei. „Dass wir eigentlich die Verpflichtung haben, diese Menschen, die zu uns kommen, freundlich und herzlich und menschlich aufzunehmen“, sagt er weiter.

Dass die Pfarrkirche für die Ausstellung einen Raum zur Verfügung stellte, darüber waren die beiden Initiatoren sehr froh. Ein positives Echo kommt auch von Pastor Christian Höser. „Es ist gut, dass diese Geschichten hier ins Zentrum der Stadt kommen“, sagt er. Sein Wunsch: „Dass viele Schüler und Erwachsene dieses Erlebte der Menschen lesen und darüber ins Gespräch kommen.“ Auch der MV-Tag sei eine gute Gelegenheit, dass eine breite Öffentlichkeit von der Ausstellung erfährt.

Die Wanderausstellung „Flüchtlingsgespräche“ kann ausgeliehen werden. Anfragen an den Verein Rothener Hof. Im Internet ist er unter www.rothenerhof.de zu finden.  

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