Gross Grabow : Verliebt und gekauft – Kulturhaus fein gemacht

Als Erholungs-, Bildungs-, Feier-, Kultur- und Ferienhaus will Rüdiger Wolf  das Gebäude etablieren.  Fotos: Sieglinde Seidel
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Als Erholungs-, Bildungs-, Feier-, Kultur- und Ferienhaus will Rüdiger Wolf das Gebäude etablieren. Fotos: Sieglinde Seidel

Rüdiger Wolf erweckte kulturelles Haus in Groß Grabow wieder zum Leben / Feuertaufe bestanden

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08. Juli 2014, 06:00 Uhr

Es war eher Zufall, dass Rüdiger Wolf gerade in Groß Grabow „gelandet“ ist. Doch Mecklenburg hat den gebürtigen Schleswig-Holsteiner schon immer fasziniert. „Die Weite hier finde ich einfach toll“, sagt der 50-Jährige. Darum kaufte er das Kulturhaus und baute es aus und um. Nun ist das „Haus am Teich“ als Erholungs-, Bildungs-, Feier-, Kultur- und Ferienhaus fast fertig und die Gästewohnungen im oberen Bereich können bereits vermietet werden.

„Ich habe mich sofort in dieses Haus verliebt, obwohl es größer geworden ist, als gedacht“, sagt Rüdiger Wolf. Denn eigentlich hatte er lediglich ein Domizil als Ferienhaus gesucht. Doch das 1956 gebaute Kulturhaus in Groß Grabow mit dem Grundstück in einem Versteigerungskatalog ließ ihn nicht wieder los. 2012 startete er mit der Sanierung. Das Dach wurde zuerst erneuert. Als selbstständiger Ingenieur für Energietechnik war es für ihn selbstverständlich, dass das Dach mit Solaranlagen bestückt wurde. Anschließend kamen Fassade, der Innenausbau der eigenen Wohnung und der sieben Gästezimmer an die Reihe. „Mit dem Saal haben wir erst vor drei Monaten angefangen“, erzählt Rüdiger Wolf, der bereits Ideen hat, wie das Haus gut genutzt werden könnte. „Im Sommer ist es eher für Feriengäste gedacht und ansonsten gut auch für Gruppen zu nutzen, die hier ihre Yoga-Kurse, Fastenwanderungen oder auch Workshops durchführen können“, sagt er. Der große Saal mit Bühne ist geradezu ideal für Familienfeiern oder Aufführungen.

Die Kronleuchter sind original – wurden natürlich aufgearbeitet – und auch die Verblendung der Heizkörper wurde von Rüdiger Wolf wie bisher belassen. Dies erinnert an die Zeit der DDR, in denen das Haus als Kulturhaus genutzt wurde. Daran können sich Harold und Brigitte Spieß gut erinnern. „Die Dorfbevölkerung ist froh, dass es jemand gekauft hat, der es so gut herrichtet“, sagt Brigitte Spieß (64). Sie hat mit ihrem Mann manchmal abends noch eine Runde übers Grundstück gemacht oder die Handwerker ins Haus gelassen, wenn der Eigentümer dienstlich unterwegs war. Für diese Hilfe ist Rüdiger Wolf sehr dankbar. „Ohne meine Nachbarn wäre ich noch nicht so weit gekommen“, ist er sicher.

Vorrangig arbeitete der Ingenieur mit Firmen aus der Region. Sie alle waren eingeladen, als kürzlich die ersten Gäste aus Berlin anreisten. Die Theatergruppe „Improbanden“ führte dort ein Seminar durch und zeigte am Abend zuvor, was Improvisationstheater bedeutet. Der Saal war gut gefüllt, die Stühle reichten nicht aus. Ebenfalls dabei war Volker Meyer, bisher stellvertretender Bürgermeister in Krakow am See. „Ich bin hier zur Schule gegangen und finde es gut, dass sich jemand für dieses Riesenobjekt gefunden hat, der es nutzen wird“, sagte er.

Angekommen ist Rüdiger Wolf auf jeden Fall bereits in Groß Grabow, auch durch seine offene Art. Nun muss nur noch der Saal fertig werden, das soll in etwa zwei Monaten der Fall sein, und dann die Vermietung der Gästezimmer gelingen. „In Berlin gibt es viele Gruppen, die so etwas suchen“, ist sich Rüdiger Wolf sicher. Er selbst hat sein Büro im Haus eingerichtet. Damit hat er sich einen Traum bereits erfüllt.


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