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Landkreis Rostock : Verkehrslärm: Güstrow lauteste Stadt

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Geht man nach der aktuellen Lärmkarte, ist Güstrow vom Lärm besonders stark betroffen. Hier gehen im Landkreis die meisten Landes- und Bundesstraßen durch, hier wohnen die meisten Menschen konzentriert an einem Ort.

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erstellt am 11.Okt.2012 | 07:01 Uhr

Güstrow | Was den Verkehrslärm angeht, ist die Kreisstadt Güstrow die lauteste Stadt im ganzen Landkreis Rostock. "Ein Lärmaktionsplan zur Lärmminderung ist in Abschnitten, in denen Überschreitungen festgestellt wurden, dringend erforderlich", sagt Hermann Lewke, Dezernatsleiter für Lärmschutz beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) in Güstrow. Sein Dezernat hat jetzt nicht nur für Güstrow und den Landkreis Rostock, sondern für ganz Mecklenburg-Vorpommern den Lärm sichtbar gemacht und die von der EU geforderten Lärmkarten von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen veröffentlicht.

Gesundheitsgefährdung beginnt ab 65 Dezibel

Geht man nach der aktuellen Lärmkarte des Lung, ist Güstrow besonders stark betroffen. Hier gehen im Landkreis die meisten Landes- und Bundesstraßen durch, hier wohnen die meisten Menschen konzentriert an einem Ort. "Das führt zu hohen Verkehrsbelastungen", sagt Lewke. Die lautesten Straßen in der Barlachstadt: Neukruger Straße, Liebnitzbrücke und -straße, Bleicherstraße, Rostocker Straße und Goldberger Straße. Über jede dieser Straßen rollen täglich mehr als 8000 Fahrzeuge. Und für jede dieser Straßen ist der gerade noch zulässige Lärmpegel bis 65 Dezibel - teilweise erheblich - überschritten. Die Lärmbelastungen gehen bis zu 75 Dezibel hoch, vor allem weil die Wohnbebauung meistens bis direkt an die Straßen reicht und damit viele Bewohner betroffen sind, erläutert Lewke. "Ab 65 Dezibel beginnt die Gesundheitsgefährdung, ab 70 Dezibel Gesundheitsgefahr", so der Lärm-Experte. Folgen können Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlafstörungen sein. Auch die Konzentrations- und Kommunikationsschwierigkeiten der Betroffenen würden signifikant zunehmen, sagt Lewke.

In den Lärmkarten hat das Lung zusammengefasst, welche Lärmquellen es in dem betrachteten Gebiet gibt, welche Lärmbelastungen von ihnen ausgehen und wie viele Menschen davon betroffen sind. Für sämtliche Karten hat das Lung 1400 Kilometer Hauptverkehrsstraßen untersucht. Insgesamt wurden für mehr als 90 Ämter und amtsfreie Gemeinden in MV farbige Lärmkarten erarbeitet. Diese Daten liegen für jeden einsehbar auf der Internetseite des Lung unter www.lung.mv-regierung.de vor. "Unser Arbeit zeigt, wo Maßnahmen zur Lärmminderung vordringlich erforderlich ist", sagt Lewke.

So auch in der Langestraße sowie im Bereich rund um den Markt in Bützow. Auch hier seien 65 Dezibel überschritten. Ebenso sei Teterow ein Verkehrslärmschwerpunkt. "Zudem ist Linstow an der A 19 immer noch ein Problem", erklärt Lewke. Das Lung hätte gerne einen Lärmschutz für die Ortschaft direkt an der Autobahn.

Jetzt sind die Kommunen gefordert. "Bis zum 18. Juli 2013 müssen die kommunalen Behörden, also auch Güstrow, Lärmaktionspläne aufstellen", so Lewke. Darin sollen konkrete Maßnahmen aufgezeigt werden, wie der Lärm im Umfeld der Hauptverkehrsstraßen reduziert werden kann. Lewke hat für Güstrow konkrete Vorschläge: "Ein lärmarmer Straßenbelag, eine intelligente Ampelschaltung, Geschwindigkeistbegrenzungen jeglicher Art, eine Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie eine weitere Verbesserung des Radwegesystems." Lobend hebt er die von der Güstrower Stadtvertretung beschlossene Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h für Lastwagen in der Nacht hervor. "Generell gilt, die Leute aus den Autos rauszuholen und in die Busse oder aufs Fahrrad zu kriegen", sagt Hermann Lewke.

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