Landkreis Rostock : Verkehrsbehörde will Schilderwald auslichten

<strong>Schild-Bürgerstreich? Seit einiger Zeit</strong> gibt es nach kleinerer Bauarbeit in der Plauer Straße in Güstrow wieder zwei Schilder mehr. Warum auch immer.  <foto> regina mai</foto>
Schild-Bürgerstreich? Seit einiger Zeit gibt es nach kleinerer Bauarbeit in der Plauer Straße in Güstrow wieder zwei Schilder mehr. Warum auch immer. regina mai

Der Landkreis Rostock möchte überflüssige und unsinnige Verkehrszeichen an Straßen entfernen. SVZ-Leser können helfen: Welche Schilder sind sinnlos oder gar eine Gefahr?

svz.de von
11. Januar 2013, 06:47 Uhr

Güstrow | Mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch weniger Schilder, so lautet die Maxime, die der Landkreis jetzt herausgibt. Selbstverständlich müsse man dabei alle Aspekte der Verkehrssicherheit berücksichtigen, formuliert der Landkreis eine kleine Einschränkung. Sonst aber soll die Eigenverantwortung eines jeden Verkehrsteilnehmers gestärkt werden.

Der Schilderwald soll wieder einmal gelichtet werden, diesmal gründlich. Um die 3000 Verkehrszeichen dürften allein an den Kreisstraßen auf dem Gebiet des Altkreises Güstrow stehen. Alle paar Jahre kommt der Wunsch nach einer Auslichtung des Schilderwaldes auf. So trifft sich regelmäßig die Verkehrskommission, um u.a. die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit von einzelnen Schildern zu prüfen.

Der Erfolg scheint begrenzt zu sein. "Die Häufung von Verkehrszeichen an manchen Stellen ist für die Verkehrsteilnehmer nicht mehr überschaubar", gesteht Petra Zühlsdorf-Böhm ein. Konkret spricht die Pressesprecherin des Landkreises Halte- und Parkverbote und Geschwindigkeitsbegrenzungen an, die ohnehin nur gesetzliche Regelungen wiedergeben. Überflüssig! Zühlsdorf-Böhm: "Auf engen Straßen etwa ist das bereits durch das Sichtfahrgebot der StVO geregelt."

Das Problem: Zu viele unzweckmäßige Verkehrszeichen untergraben die Autorität von Verkehrszeichen. Sind diese dann an anderen, besonderen Gefahrenstellen wirklich notwendig, werden sie dort oft schlicht ignoriert oder mitunter gar nicht erst wahrgenommen. Stattdessen klare und eindeutige Beschilderungen würden aber möglichen Unfällen entgegen wirken. Fazit der Verkehrsbehörde: "Überregulierung stiftet eher Verwirrung statt Sicherheit und ersetzt die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer nicht. Eine Lichtung des Schilderwaldes ist daher notwendiger denn je." Die Verkehrsbehörde des Landkreises wolle sich daher in diesem Jahr zielgerichtet dieser Problematik zuwenden.

SVZ-Leser, ob als Kraftfahrer, Radler oder Fußgänger, können der Verkehrsbehörde bei diesem Unternehmen sicherlich eine Hilfe sein. Weiß doch jeder Verkehrsteilnehmer selbst, wo ihm Verkehrszeichen als überflüssig erscheinen. Oft genug gewinnt man solche Erkenntnisse am besten auf dem alltäglichen Weg. Wie oft etwa verlässt man einen Ort, darf theoretisch beschleunigen, doch kaum 100 Meter weiter wird man per Verbotsschild auf z.B. 70 km/h wieder ausgebremst. Sinnlos! Können da nicht gleich hinter dem gelben Ortszeichen die 70 angesagt werden? Nur ein häufig anzutreffendes Beispiel.

Halten Sie, liebe Leser, die Augen einmal unter diesem speziellen Aspekt offen, wenn sie in den nächsten Tagen unterwegs sind: Wo stehen Verkehrszeichen, die überflüssig sind, sich überholt haben oder in solch einem Zustand sind, dass man ihren Sinn schon optisch nicht erfassen kann? Schreiben Sie es uns, am besten per E-Mail an: guestrow@svz.de

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