Ehrenamt Krakow am See : Vereine bauen aufs Ehrenamt

Fußballtrainer Jens Strasen (2.v.r.) beim Training mit den Nachwuchskickern in Krakow am See.
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Fußballtrainer Jens Strasen (2.v.r.) beim Training mit den Nachwuchskickern in Krakow am See.

Ehrenamtliche Helfer sind in vielen Bereichen nicht wegzudenken - Jens Strasen und Sandra Schuhmacher sind zwei von ihnen

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04. März 2016, 12:00 Uhr

Sportvereine sind bei Schülern, sowie bei Erwachsenen sehr beliebt. Sie bieten ausreichend Ablenkung vom Alltag und helfen sogar dabei, fit zu bleiben. Neben Fußball- und Handballvereinen, besuchen viele auch das Boxtraining oder spielen in ihrer Freizeit Tischtennis. Hilfsbereite Trainer stehen dabei immer zur Verfügung und geben wichtige Tipps. Sie machen das nicht beruflich, sondern in ihrer Freizeit.


Fußballtrainer für den Sohn


Diese ehrenamtliche Arbeit ist weit verbreitet und umfasst viele Bereiche des Lebens, die nicht verzichtbar sind. Dazu gehört nicht nur die Arbeit im Sportverein, sondern auch das Mitwirken bei freiwilligen Hilfsorganisationen, im Tierschutz oder in kirchlichen Institutionen. Beinahe jeder dritte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich – einer von ihnen ist Jens Strasen. Der 35-Jährige ist bereits seit fünf Jahren als Jugendtrainer im Krakower Fußballverein tätig und sieht die freiwillige Arbeit dort auch als Freude an.

„Zu sehen, wie die Kinder sich entwickeln und mit Aufgaben umgehen, macht mich glücklich.“, sagt der Jugendtrainer und fügt hinzu: „Ich möchte ihnen etwas Gutes tun, indem sie sich bewegen und an die frische Luft kommen, anstatt Videospiele zu spielen.“ Als Vater gibt ihm allerdings nicht der alleinige Wille dazu den Anstoß. „Hauptsächlich mache ich das wegen meinem Sohn. Beim Fußballtraining waren so viele Kinder, dass ich beschlossen habe, einen Teil von ihnen selbst zu trainieren“, sagt er weiter. Als leidenschaftlicher Fußballspieler und Mitglied im Verein ist dies selbstverständlich auch kein Problem, wenn es denn die Zeit neben dem eigentlich Beruf hergibt.

Für Jens Strasen stellt sein Beruf lediglich ein kleines Hindernis dar. „Da ich nachts arbeite, habe ich ausreichend Zeit für das Training am Nachmittag. Allerdings bekomme ich an den Wochenenden nur wenig Schlaf, wenn am nächsten Morgen ein Fußballspiel ansteht“, sagt Strasen weiter. Trotzdem möchte er seinen Posten als Jugendtrainer auf keinen Fall aufgeben und investiert wöchentlich bis zu acht Stunden in diese Arbeit. Und das ist auch von größter Wichtigkeit, da der Fußballverein ohne freiwillige Helfer nicht existieren würde, ebenso wenig wie andere Vereine.


Für den Nachwuchs bei der Feuerwehr aktiv


Als Retter in der Not und als Hilfsorganisation, die unverzichtbar ist, hängt auch das Bestehen der freiwilligen Feuerwehr vom Engagement ehrenamtlicher Helfer ab. Arbeiter, die bei jedem gefährlichen Einsatz ihr Leben ohne Bezahlung aufs Spiel setzen. Die 36-jährige Sandra Schuhmacher von der Freiwilligen Feuerwehr Krakow am See arbeitet mit dem Nachwuchskader der Wehr. „Ohne freiwillige Helfer wäre bei der Feuerwehr fast nichts möglich und das ist ein großes Problem“, erklärt die Zuständige für die Kinderfeuerwehr. „Wir sind vom Ehrenamt abhängig und sehr dankbar für jeden Kameraden“, fügt sie hinzu.

Auch Sandra Schuhmacher investiert viel Zeit in ihre ehrenamtliche Tätigkeit, obwohl sie schon seit Jahren an keinen Einsätzen mehr teilnimmt. „Es wurde mir zu riskant bei Einsätzen mitzufahren, nachdem meine Kinder auf der Welt waren. Also wurde ich gefragt, ob ich nicht lieber die Nachwuchsarbeit übernehmen würde“, berichtet die engagierte Freiwillige.

Hauptsächlich treten ältere Menschen den Weg der ehrenamtlichen Arbeit an. Jugendliche sind in geringeren Zahlen anzutreffen. Ob dies nun am fehlenden Interesse junger Leute oder am zu hohen Zeitaufwand liege, sei schwer einzuschätzen. „Ich denke, dass jüngere Leute einfach nicht genügend Zeit haben. Es ist schwer, neben der Schule, dem Studium oder der Ausbildung freiwillig zu arbeiten. Zuerst konzentriert man sich auf die Karriere und später dann auf die Familienplanung“, fasst Schuhmacher zusammen.

Fußballtrainer Jens Strasen ist anderer Meinung. „In den Großstädten gibt es viele junge ehrenamtliche Helfer, nur hier in der ländlichen Gegend ist die Jugend nicht so zahlreich vertreten“, erklärt er. Ehrenamtliche Arbeit ist vor allem eine gute Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu sammeln oder etwas in der Gesellschaft zu bewegen. Ob nun im Fußballverein oder in der freiwilligen Feuerwehr, vieles wäre ohne die hohe Anzahl freiwilliger Helfer überhaupt nicht möglich.

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