Projekt Wildtierrettung : Verein rettet Bambi das Leben

Frank Demke (Mitte) erklärt  Kerstin Potrafke und  Torsten Köpcke von der Ostseesparkasse, wie der von der Ospa-Stiftung finanzierte Octocopter  funktioniert.
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Frank Demke (Mitte) erklärt Kerstin Potrafke und Torsten Köpcke von der Ostseesparkasse, wie der von der Ospa-Stiftung finanzierte Octocopter funktioniert.

Großes Interesse am Projekt „Wildtierrettung aus der Luft“ / Ospa-Unterstützung erlaubte Anschaffung eines zweiten Octocopters

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28. März 2014, 23:00 Uhr

„Wildtierrettung aus der Luft“ ist ein Projekt des Vereins Wildtierhilfe, das Rehkitze während der Wiesenmahd vor dem sicheren Tod bewahren soll. „Im vergangenen Jahr haben wir die Landwirte noch gebettelt, dieses Jahr haben wir 1500 Hektar in der Planung“, berichtet Frank Demke aus Sabel nicht ohne Stolz. Für Landwirte aus Teschow bei Teterow, Vorderbollhagen, Dummerstorf und auch aus dem Brandenburgischem fliege man mit dem Octocopter, einen GPS-gesteuerten Fluggerät ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, die Wiesen ab bevor sie gemäht werden. Wo sich Rehkitze ins Gras ducken, werden diese erkannt und ihre „Nester“ mit einem Windschutz umstellt. So können sie bei der Mahd umrundet werden.

Die Rehe, so erklärt Frank Demke, legen ihre Kitze in den ersten Tagen und Wochen in einer Wiese oder auf einem Feld ab, bleiben stets in Reichweite und kommen nur zum Säugen. Dies geschehe zum Schutz des Nachwuchses. So sollen potenzielle Feinde nicht auf die Bambis aufmerksam werden. Droht Gefahr, würden sich die Kitze instinktiv auf den Boden drücken und regungslos liegen bleiben, berichtet der Vereinsvorsitzende, den die Bilder von grausam zerstümmelten Rehkitzen, die in Mähwerke gelangten, nicht mehr losließen. Der passionierte Tierschützer aus Sabel kam auf die Idee der Bambi-Rettung aus der Luft, suchte und fand Verbündete und entwickelte mit ihnen das Projekt, das im vergangenen Jahr von der Ospa-Stiftung mit 2500 Euro unterstützt wurde. Mit dem Geld konnte der Verein einen zweiten Octocopter anschaffen. Kerstin Potrafke, Vorstandsvorsitzende der Ospa-Stiftung, und Torsten Köpcke, Leiter der Schwaaner Filiale der Ostseesparkasse, konnten sich gestern davon überzeugen, dass das Geld gut angelegt ist. Man fördere in der Regel eher größere Vereine – der Verein Wildtierhilfe hat lediglich sechs Mitglieder –, aber es sei schon ein ganz besonderes Projekt, erklärt Kerstin Potrafke. „Natur- und Umweltschutz fördern, das passt in unsere Linie“, sagt die Vorstandsvorsitzende der Ospa-Stiftung.

Der Verein bietet seine Dienste im Sinne des Tierschutzes Landwirten übrigens kostenlos an. „Spenden sind natürlich willkommen, weil schon ein großer Aufwand dahinter steckt“, betont Frank Demke. Auch über weitere Mitstreiter im Verein würde er sich freuen. Eine gesunde Portion Idealismus gehöre schon dazu, gesteht der Sabeler aber.

Von Mitte/Ende Mai bis Ende Juni werden Frank Demke und seine Mitstreiter unterwegs sein, um den kleinen Rehkitzen während der Wiesenmahd das Leben zu retten. Denkbar sei auch der Einsatz bei Feldhasen oder bodenbrütenden Vögeln. Bisher aber konzentriere man sich auf Bambi.


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