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Güstrower Anzeiger

25. November 2017 | 01:25 Uhr

Verbraucherschützer helfen Geprellten

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2010 | 09:16 Uhr

Güstrow | Die Neue Verbraucherzentrale (NVZ) Mecklenburg-Vorpommern setzt ihre Informationskampagne für die geprellten Anleger der zwei insolventen Immobilienfonds der Volkssolidarität fort. Am 14. Januar werde um 14 Uhr im Raum 128 in der Verwaltungshochschule Güstrow über weitere Schritte beraten, teilte die NVZ mit. Einlass ist ab 13.30 Uhr. "Die Registernummer ist anzugeben, der Ausweis ist vorzulegen und es wird gebeten, dass nur jeweils eine Person je Anlage teilnimmt", heißt es in dem Schreiben. Veranstaltungen seien auch in Schwerin und Bad Doberan geplant, informiert die NVZ weiter.

Zur Erinnerung: Mindestens 1400 Anleger zahlten in den vergangenen zehn Jahren knapp sieben Millionen Euro in die im Frühjahr pleitegegangenen Fondsgesellschaften der Volkssolidarität-Kreisverbände Bad Doberan/Rostock Land und Mecklenburg-Mitte ein. Im Fall der Sozialimmobilienfonds GmbH & Co. KG geht die Insolvenzverwaltung von einem Totalverlust aus. Bei der zahlungsunfähigen Sozial-Immobilien GmbH können die Anleger darauf hoffen, fünf Prozent aus der Insolvenzmasse zu erhalten. Gegen die Ex-Geschäftsführer der Fonds ermittelt die Rostocker Staatsanwaltschaft. Sie wirft den Immobilienmanagern Anlagebetrug und Insolvenzverschleppung vor.

Geschädigten-Gemeinschaft will Musterklagen vorbereiten

Aus dem Landkreis Güstrow seien rund die Hälfte der geschädigten Anleger betroffen, sagt NVZ-Vorstand Jürgen Fischer. Er sieht in dem Treffen eine Solidarisierung gegen die Volkssolidarität. Wie bei der ersten Infoveranstaltung in Rostock wollen auch in Güs trow die geprellten Anleger der beiden insolventen Immobilienfonds das Heft selbst in die Hand nehmen. Zur Vorbereitung von Musterklagen planen einige von ihnen eine Geschädigten-Gemeinschaft. Er habe "große Zuversicht, dass auf dieser Strecke etwas läuft", sagte Fischer auf dem Treffen in Rostock. Der Berliner Fachanwalt Jochen Resch schlug dort vor, einen Verein zu gründen und Schadenersatzansprüche zu bündeln. Die "besten" Fälle, in denen sich eine falsche oder fehlende Beratung vor der Anlageentscheidung nachweisen lasse, könnten vor Gericht kommen. Diese Chance sollen auch die Anleger aus dem Landkreis Güstrow nutzen.

Weil die Volkssolidarität nach seiner Einschätzung bislang kaum Interesse an einer Aufklärung der mutmaßlichen Betrugsaffäre gezeigt hat, befürchtet Resch aber eine Verzögerung. "Die traurige Wahrheit ist: Ihr Geld ist nicht mehr da", sagte er in Rostock den Anlegern. "Wir wollen uns aber nicht damit zufrieden geben, dass jetzt schon Schluss ist." Eine dauerhafte Interessenvertretung der Geschädigten biete mehr Chancen auf Rückerstattungen. Das Insolvenzverfahren könne bis zu zehn Jahre laufen.

Fischer sieht in dem Schulterschluss vor Gericht auch die Chance für eine außergerichtliche Einigung mit der Volkssolidarität. Das habe die Praxis bereits in anderen Fällen gezeigt. Der NVZ-Vorsitzende sieht allerdings die Möglichkeiten für eine Wiedergutmachung als "durchwachsen". Das liege auch daran, dass ältere Menschen betroffen seien. Jedoch hofft Fischer, dass sie trotzdem "einen langen Atem" beweisen.

Die Infotreffen läuten eine weitere Runde in dem Skandal ein, in der es darum geht, dass die geprellten Anleger so viel wie möglich von ihrem verlorenen Geld wiederbekommen. Im November waren mehrere 100 Anleger mit Insolvenzverwalter Herbert Hülsbergen zu einer ersten Gläubigerversammlung im Rostocker Landgericht aufeinander getroffen. Dort hatten sie eine Entschädigung für ihre Verluste gefordert.

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