Abgebrochene Wegweiser und demolierte Schautafeln : Vandalismus in den Heidbergen

<fettakgl>Ein fassungsloser und trauriger Holger Michel an</fettakgl> einem abgebrochenen Baum in der Kalkschneise<fotos>Hans-Jürgen Kowalzik (4)</fotos>
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Ein fassungsloser und trauriger Holger Michel an einem abgebrochenen Baum in der KalkschneiseHans-Jürgen Kowalzik (4)

Güstrows Stadtförster Holger Michel hockt gestern fassungslos und traurig an einem kleinen Bäumchen. Es ist abgebrochen wie an diesem und anderen Wanderwegen weitere 1000 (!) Bäume - Vandalismus in den Heidbergen.

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10. Januar 2013, 06:32 Uhr

Güstrow | Güstrows Stadtförster Holger Michel hockt gestern fassungslos und traurig an einem kleinen Bäumchen in der so genannten Kalkschneise in den Heidbergen. Es ist abgebrochen wie an diesem und anderen Wanderwegen weitere 1000 (!) Bäume - Vandalismus in den Heidbergen. Michel: "Das sind zwar keine gekauften und gepflanzten Bäume, sondern Bäume, die durch eine natürliche Verjüngungskur heranwachsen. Da fällt der Samen neben einen Baum und aus ihm entwickelt sich auf natürliche Weise die nächste Baumgeneration." Trotzdem und gerade deshalb sei es genauso schlimm, dass die Bäume abgeschnitten oder umgeknickt wurden, ärgert er sich maßlos. Das umso mehr, weil dagegen anscheinend kein Kraut gewachsen ist. "Was sollen ich und der eine Waldarbeiter, der mir zur Seite steht, da auf den 1000 Hektar, die wir zu bewirtschaften haben, wohl machen?", sieht sich der Stadtförster außer Stande etwas auszurichten. Zumal die Anzeige, die die Stadt gemacht hat, im Sande verlaufen ist. "Die Staatsanwaltschaft hat mitgeteilt, dass das Verfahren eingestellt ist", so Michel.

Anderes Problem: Zahn der Zeit nagt an den Einrichtungen

Aber es sind nicht nur die Bäume, sondern auch abgebrochene Wegweiser und demolierte Schautafeln, die auffallen. Der Höhepunkt der vergangenen Wochen war allerdings der Diebstahl von zwei Sitzgruppen am Läufertreff am Natur- und Umweltpark (Nup) sowie am Müllerweg. Am Nup hatte es darüber beim Weihnachtslauf (wir berichteten) große Aufregung gegeben. Holger Michel: "Diese Sitzgruppe hatte ich bereits auf meinem Reparaturzettel, weil das Dach etwas defekt war. Als ich es herrichten wollte, war sie gestohlen." Am Müllerweg fand das gleiche "Spiel" statt. Michel: "Da wurde alles nach und nach abgebaut, bis nur noch die Betonfundamente übrig waren." Auch hier bleibt Holger Michel nur ein Schulterzucken. "Wer macht so etwas? Da wird doch etwas Gutes, das für die Güstrower und Gäste der Stadt aufgestellt wurde, zunichte gemacht", weiß sich der Stadtförster keinen Rat.

Allerdings gibt er auch zu, dass an den Sitzgruppen, Bänken, Wegweisern und besonders den Schautafeln der Zahn der Zeit genagt hat. "Sie wurden vor zehn, elf Jahren aufgebaut, meist durch den Förderverein als Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes", erinnert sich Holger Michel. Diese Möglichkeiten gibt es aber heute nicht mehr. Die sieben Helfer auf Stundenbasis, die er gegenwärtig hat, können das nicht mehr leisten. Auch die Geldmittel sind nicht mehr vorhanden. Was jetzt nachgerüstet und repariert wird, kommt aus dem städtischen Haushalt. Michel: "Nach und nach werden drei bis vier Sitzgruppen, einfache Sitzbänke wie am Elisabethstein, und Papierkörbe, aber aus Metall, aufgestellt." Die Tischler im Stadtbauhof arbeiten schon an den Bänken. Bei den Wegweisern soll auch Ersatz geschaffen werden. Michel: "Das Gros soll ersetzt werden." Bei den Schautafeln sieht der Stadtförster eher ein Problem, sie zu erneuern. Das Risiko, dass sie demoliert würden sei zu groß, meint Holger Michel. Auch seien sie sehr kostenintensiv.

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