Güstrow : Vandalen suchen Freie Schule seit Jahren heim

Unerwünschter Kontrast: neuer Anbau und verunzierte Container.
Unerwünschter Kontrast: neuer Anbau und verunzierte Container.

Jeden Montag das gleiche Bild: Zigarettenstummel, zerbrochene Flaschen und anderer Müll auf dem Schulhof

svz.de von
09. Juli 2014, 06:00 Uhr

Jeden Montag das gleiche Bild. Zigarettenstummel, zerbrochene Bierflaschen und anderer Müll liegen verteilt auf dem Schulhof der Freien Schule in der Güstrower Südstadt. Kinder und Lehrer sind genervt. „Montag früh sammeln die Kleinen aus unserer Kita Kleckerburg den Müll auf“ sagt der Leiter der Schule, Ralf Boldt.

Bereits in der Rekonstruktionsphase des Gebäudes vor zwei Jahren kam es immer wieder zu beschmierten Wänden, eingeworfenen Fensterscheiben und sogar zu Einbrüchen. Ein Wachschutz wurde eingesetzt und ein Zaun um das Gebäude gebaut. Seitdem der Schulbetrieb läuft, ist es zwar nicht mehr zu solch groben Zwischenfällen gekommen, dafür aber zu einer Regelmäßigkeit kleinerer Vorfälle. „Im Winter ist die Lage entspannt, aber mit dem schönen Wetter tauchen die Übeltäter auf“, meint Boldt. Immer wieder an den Wochenenden kommen Jugendliche auf das Schulgelände, klettern auf Vordächer, werfen mit Bierflaschen um sich, lassen Müll liegen. Dabei ließen sich die 14- bis 17-Jährigen weder vom Hausmeister noch von aufgebrachten Lehrern abhalten. Im Gegenteil, es wurde zurückgepöbelt.

Um dem Problem Herr zu werden, wurde eine Alarmanlage installiert. Diese sichert das Gebäude und alarmiert bei Auslösen eine Sicherheitsfirma. Außerdem setzen sich Polizei und Schule zusammen und die Beamten fahren verstärkt Streife zu der Schule. „Wir denken darüber nach, bei zunehmenden Vorfällen, einen regelmäßigen Wachschutz einzusetzen“, sagt der Schulleiter „Ich kann verstehen, dass die Jugendlichen einen Anlaufpunkt brauchen. Wir aber haben viel Zeit, Arbeit und Geld investiert, um unser Gelände so herzurichten. Die Stadt ist in der Pflicht, vielleicht brauchen wir in der Südstadt einen Sozialarbeiter.“

Auch Lehrerin Peggy Tetzlaff zeigt sich entrüstet: „Ein Trampolin für die Kinder mussten wir abbauen, da es demoliert wurde. Ständig landet Müll hinter dem Zaun auf unserem Sportplatz. Frisch gepflanzte Bäume wurden aus der Erde gerissen.“

Und nicht nur Jugendliche machen Ärger: „Unser Hausmeister konnte an einem Wochenende einen älteren Herrn beobachten, der seinen Müll in unserem Schulgarten ablud“, so Boldt. Die Schule bemüht sich um eine gutes nachbarschaftliches Auskommen, lud Anwohner ein, sich ein Bild zu machen. „Dies wurde gut angenommen. Viele zeigten sich interessiert. Wir würden auch anbieten, dass Vereine unser Gelände nutzen.“

Boldt hofft, dass sich die Lage endlich entspannt oder die Stadt das Problem in die Hand nimmt.

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